Später Schulanfang ist Trend

5.975 Schüler besuchen derzeit die Landkreisschulen / Leichter Rückgang bei den Erstklässlern

Trends im Überblick: Schulamtsdirektorin Petra Burkhardt.

Landkreis – Am kommenden Dienstag packen viele Kinder und Jugendliche wieder Schultüte und -Rucksack und machen sich auf den Weg ins neue Schuljahr: da dieses auch im Landkreis wieder beginnt. Schulamtsleiterin Petra Burkhardt hat dafür die neuen Zahlen im Gepäck und präsentierte sie jüngst beim Pressegespräch: Bei der diesjährigen Einschulung ist ein leichter Rückgang der Schüleranzahl zu verzeichnen.

Petra Burkhardt hatte keinen Urlaub. Sie hielt über die Sommerferien die Stellung am staatlichen Schulamt in Bad Tölz und nutzte dort die Zeit, um unter anderem die Statistik für das Schuljahr 2019/2020 zusammenzustellen. So starten heuer 1.016 Erstklässer in ihr Schulleben. Im Vorjahr waren es 51 Kinder weniger. Grund sei nicht ein Geburtenrückgang, so die Schulamtsleiterin, sondern der sogenannte Einschulungskorridor, der laut Burkhardt heuer „sehr kurzfristig“ für dieses Schuljahr eingeführt wurde. Bedeutet: das Zeitfenster zur Schuleinschreibung hat sich geändert. Eltern können somit selbst entscheiden, ob sie ihr Kind – wenn es zwischen dem 1. Juli und 30. September geboren ist – einschulen oder noch ein Jahr warten. „Viele haben diesen Freiraum genutzt.“ Ein gesellschaftlicher Trend, wie Burkhardt meint: „Viele Eltern nehmen Schule sehr wichtig“ und würden den Blick schon auf den späteren Übertritt richten. „Und man möge dem Kind noch etwas Kindheit schenken.“

Damit einher ging freilich ein Problem in den Kindergärten, „weil dort ja Plätze freigehalten werden mussten“, berichtet Burkhardt weiter. Für das kommenden Schuljahr sieht die Schulamtsleiterin dieser Entwicklung aber entspannt entgegen. Dank einer Gesetzesänderung, „sodass die Schuleinschreibung jetzt im März stattfindet und sich die Eltern bis 10. April anstatt im Mai entscheiden müssen.

Einen weiteren gesellschaftlichen Trend entdeckt Burkhardt bei der Einschulung: „Der Schulanfang wird teilweise zu einem großen Event aufgeblasen“, sagt sie schmunzelnd. Mit eigenen Fototerminen, eigens angefertigten Kleidern und privaten Festen, wie sie aus der Zeitung und dem Radio erfahren hat. Als Burkhardt früher noch selbst unterrichtete, hatte sie ihren Erstklässlern immer Lebkuchen-Schultüten geschenkt. Eine Idee, die ihr in Sachsen gekommen war. „In den ostdeutschen Ländern ist die Einschulung ein Riesenfest“, berichtet Burkhardt. Möglicherweise ein „neuer Trend“, der auch hierzulande nun übernommen wird.

Auch neue Medien seien im Trend, berichtet die Schulamtsleiterin weiter: Daher sollen „Module zur Me­dienkompetenz didaktisch im Unterricht entwickelt und dafür die jeweiligen Lehrer fit gemacht werden.“ Ein großer Bereich sind dabei „Ethik und der Datenschutz“. In Zeiten von Social Media und Cyber-Mobbing seien diese Themen sehr wichtig, um sie „frühzeitig anzusprechen“. Aus Burkhardts Erfahrung heraus sei die Kommunion bereits der „gängige Zeitpunkt, bei dem die Kinder ein Smartphone geschenkt bekommen“. Vom Alter her sind das die Grundschüler der dritten Jahrgangsstufe.

Neu im Lehrplan ist heuer das Fach Informatik für die fünften und siebten Klassen der Mittelschulen im Landkreis. Erfreulich sei an dieser Schulart die konstanten Schülerzahlen (1.782): „Die Mittelschule hat ihren Stellenwert und hat ein tolles Profil“, betont Burkhardt. Leider sei sie innerhalb der Gesellschaft oftmals nicht so angesehen. „Daher freut es mich, dass Eltern diese Schule auch wählen und die Schülerzahlen hier stabil bleiben.“

Stabil ist auch der Lehrerbedarf (671) im Landkreis, „alle Stellen sind derzeit besetzt“, sagt Burkhardt. Da im Laufe eines Schuljahres „Schwangerschaften und Erkrankungen dazukommen“, befinde sich der Landkreis weiterhin in der Ausschreibung, „damit für den Vertretungspool ein Kontingent bleibt“. Allerdings entscheiden sich immer weniger Lehramtsstudenten, ihren zukünftigen Berufsweg an der Mittelschule einzuschlagen, sagt Burkhardt und ruft auf: „Wir würden uns freuen, wenn künftig mehr Mittelschullehramt studieren würden.“  Daniel Wegscheider

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