Wandertage

Achtung, Amphibien gehen auf Wanderschaft / Neue Kooperation zwischen Bund Naturschutz und Polizei

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BN-Helfer Rudolf  zeigen den mobilen Amphibienschutzzaun an der St 2370 zwischen Achmühle und Eurasburg: Kisten, in die die Amphibien nachts beim Entlangwandern am Zaun fallen. Auch an anderen Orten im Landkreis wurden wider Amphibienschutzzäune aufgebaut.

Eurasburg – „Ich sollte immer dastehen“, sagt Tony Lechner und lacht. Allein die Anwesenheit des Polizeihauptkommissars an der Staatsstraße 2370 zwischen Achmühle und Eurasburg zeigt Wirkung: In moderater Geschwindigkeit passieren Autos und Lastwagen das rund 700 Meter lange Teilstück im lichten Wald, wo vor wenigen Tagen die Firma Stein im Auftrag der Straßenmeisterei den mobilen Amphibienschutzzaun für die jährliche Frühjahrswanderung der paarungsbereiten Lurche aufgebaut hat. .

Nur noch 50 km/h sind in den nächsten Wochen hier erlaubt, Schilder mit Froschsymbol und Blinklichter sollen die Verkehrsteilnehmer bremsen. Denn das Problem ist: Nicht nur Amphibien brauchen Schutz vor dem Straßenverkehr, sondern auch die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer des Bund Naturschutz, die jeden Tag die am Zaun aufgehaltenen Tiere in Behältern über die Straße tragen, damit sie von dort ihren Weg zu den Laichgewässern unbeschadet fortsetzen können. Rudolf Schneider, der die Helfer am Achmühler Zaun seit vielen Jahren koordiniert, weiß, wie gefährlich diese Arbeit an unübersichtlichen Straßenabschnitten wie diesen ist, auf denen Ortskundige aber gerne mal Gas geben. Um vom üblichen nächtlichen Sammeln wegzukommen, habe man hier vor einigen Jahren ein neues System eingeführt, berichtet Schneider. Wenn die dämmerungs- und nachtaktiven Kröten, Frösche und Molche am Zaun entlang wandern, fallen sie statt in eingegrabene Kübel in Kisten mit Deckel. Dort sind sie geschützt, bis sie am nächsten Morgen von den Helfern über die Straße befördert werden. Auch wenn die Ehrenamtlichen in ihren Leuchtwesten hier bei Tageslicht besser zu sehen sind als an allen anderen, nächtlichen Sammelstellen im Landkreis, appellieren Rudolf Schneider, der Bund Naturschutz und Tony Lechner, der Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Wolfratshausen, dennoch, die Tempolimits nicht nur hier unbedingt einzuhalten - auch wenn die Polizei nicht gerade Präsenz zeigt. Im Gegenzug und um die Akzeptanz bei den motorisierten Bürgern zu erhöhen, stimmen sich die Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt, Polizei und Naturschützer noch besser ab, um möglichst passgenau für jede Sammelstelle im Landkreis die Beschränkungen für Verkehrsteilnehmer zeitlich so gering wie nötig zu halten. So gilt das Tempolimit auf dem Abschnitt zwischen Achmühle und Eurasburg nur zwischen 7 und 10 Uhr morgens, anderen Orts nur in den Abendstunden. Kurz gesagt: „Wir beschränken die Autofahrer so wenig wie möglich, aber in dieser Zeit halten sie sich dran, dann haben alle was davon“, ist das positive Fazit von Tony Lechner über die neue Kooperation mit dem Bund Naturschutz.

Mitdenken und achtsam bleiben ist an den 15 Sammelstellen im Landkreis aber trotzdem gefragt: Während bei einsetzendem Frost die Tiere ihre Wanderung unterbrechen und sich im Boden vergraben, sind kaum Helfer anzutreffen. Wärmere Temperaturen und Regen locken dagegen Frösche und Kröten in Scharen aus den Winterverstecken. Dann können über die auf den Verkehrsschildern angegebenen Zeiten hinaus Sammler mit Warnwesten, Armblinkern und Lampen am Straßenrand unterwegs sein. Da nicht jeder Wanderweg mit Zäunen geschützt werden kann, muss in der Nähe von Gewässern und Feuchtgebieten mit Amphibien auf Straßen gerechnet werden. tka

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Bei Fragen rund um die Amphibienwanderung oder wer noch beim Sammeln helfen möchte, bitte in der BN-Geschäftsstelle melden, Telefon 08171-26571 oder per E-Mail: bad-toelz@bund-naturschutz.de.

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