Aktuelle Ausstellung im Kloster Beuerberg eröffnet / Diözesanmuseum will Authentizität erhalten

Wo „Sehnsucht Kloster“ greifbar wird

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Kurz vor Eröffnung gab Christoph Kürzeder, der Direktor des Diözesanmuseums, schon einmal Einblicke in die aktuelle Ausstellung im Kloster Beuerberg „Klausur – Sehnsuchtsort Kloster“.

Beuerberg – Die letzten Handwerker waren gerade einmal fertig, da wurden die ersten Besucher eingelassen: Für die aktuelle Ausstellung „Klausur – Sehnsuchtsort Kloster“ im Kloster Beuerberg arbeitete das Team „Diözesanmuseum Freising“ auf Hochtouren.

Der Einsatz hat sich gelohnt, Besucher können nun bis zum 3. Oktober den Lebenslauf der Salesianerinnen in all seinen Facetten nachempfinden. Die Ausstellung zeigt nicht nur klösterliche Riten und Gepflogenheiten auf, sondern geht auch der Frage nach, wer die Menschen waren, die im Laufe der Generationen den Orden und die Spiritualität der Salesianerinnen in Oberbayern geprägt haben. . Es sind die persönlichen und berührenden Geschichten von Klosterfrauen, Stiftern und Gönnern, die bei Christoph Kürzeder, den Direktor des für die Ausstellung verantwortlichen Diözesanmuseums, so große Begeisterung auslösen. Das sehen ihm die Journalisten beim Vorab-Rundgang für die Presse an. Kürzeder beschreibt die Gründerzeit des Klosters, die Zeit, als es en vogue war, dass der Hofadel seine Töchter zur Erziehung ins Kloster schickte. Und so erklärt sich etwa das Gemälde von Henriette Adelheid von Savoyen, der Kurfürstin von Bayern, in der Ausstellung. Nicht minder interessant die Briefe der Prinzessin an das Kloster der Salesianerinnen in Vercelli. Überhaupt lebt die Ausstellung von Leihgaben von Heimsuchungsklöstern, auch aus Dietramszell. Und Kürzeder berichtet, dass die Recherchearbeit für Exponate nicht nur sein Team, sondern eben auch in den jeweiligen Klöstern für Spannung gesorgt hatte. Die Ausstellung baut auf die Premierenschau vom vergangenen Jahr auf. Deshalb bleibt es beim Titel „Klausur“, lediglich der Untertitel „Sehnsuchtsort Kloster“ kam hinzu. „Das Kloster Beuerberg bietet ein Maximum an Authentizität“, beschriebt es auch Steffen Mensch vom Diözesanmuseum-Team. Der Umstand, dass hier bis vor wenigen Jahren noch Salesianerinnen gelebt haben, ist wahrlich einzigartig. Fast 170 Jahre haben hier die Ordensschwestern gelebt, gebetet und gearbeitet. Diese bis zuletzt gelebte Spiritualität gelte es zu bewahren, „wir versuchen das zu erhalten“. Den bisher öffentlich nicht zugänglichen Ort hat die Erzdiözese München und Freising vor mittlerweile drei Jahren erworben, um ihn für Besucher zugänglich zu machen und langfristig weiterzuentwickeln. Die aktuelle Sonderausstellung steht ganz im Zeichen des 350-jährigen Gründungsjubiläums des Münchner Salesianerinnenklosters. Aus diesem Anlass rücken die Ausstellungsmacher in der Darstellung verschiedene Frauen in den Mittelpunkt, die in ihrem Wirken und ihrer Biographie für die Ordensgeschichte prägend waren und widmen dem zentralen Symbol des Ordens, dem flammenden Herzen Jesu, besondere Aufmerksamkeit. Anhand persönlicher und berührender Geschichten von Klosterfrauen, Stiftern und Gönnern lassen die Verantwortlichen die Lebensreise der Frauen von Italien über München und Dietramszell aus einer sehr menschlichen Perspektive lebendig und verständlich werden. Dabei darf der Humor nicht zu kurz kommen, denn: „Die Salesianerinnen folgten in ihrem Glauben keinem Mainstream, waren sehr individuell – mit dem entsprechenden Humor“, wie Ausstellungsdirektor Kürzeder berichtet. Das merkt man auch den beiden Ordensschwestern Raphaela und Emanuela aus Dietramszell an, die – wie die Pressevertreter – schon einmal einen Blick in die Ausstellung gewagt haben und sich sehr beeindruckt zeigen, wie sich im kurzen Gespräch mit Christoph Kürzeder zeigen. Der führt mittlerweile durch den Kreuzgang, wo es neben zahlreichen Gemälden (etwa der Darstellung von Philothea, der gottliebenden Seele) auch weit weltlichere Exponate zu sehen gibt: Etwa Lehrmittel, die zur Erziehung der ins Kloster geschickten Mädchen dienten. Dass da die französische Sprache nicht fehlen durfte, versteht sich durch die Entsendung der Hochadel- Töchter ins Kloster von alleine. Kürzeder und Mitarbeiterin Carmen Roll haben für die Ausstellung eigens einen Audioguide entwickeln lassen, „auch gibt es neue Filme“, wie Roll erklärt. Die seien bereits im vergangenen Jahr gut angekommen, wie überhaupt der gesamte Ausstellungsort. „Wir hatten sogar Stammgäste, die immer wieder kamen.“ Das dürfte sich kaum ändern, denn die Aufenthaltsqualität wurde nochmals verbessert, neue Filme aufgenommen, etwa mit Interviews von Ordensschwestern, die im Kloster Beuerberg lebten. Dazu gibt es auch noch einen neu gestalteten Museumsladen, selbstredend eingerichtet mit original Mobiliar. Hier können Besucher Leinen, „Holzmodeln“ oder auch den „Leo“-Klosterlikör erwerben können. Dazu wird es auch wieder die bewährte Gastronomie geben: Für das leibliche Wohl ist die Klosterküche im Refektorium samt idyllischem Wirtsgarten geöffnet. Die thematische Neuauflage wird flankiert von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm. Bis zum 3. Oktober wird für Erwachsene, Kinder und Familien ein abwechslungsreiches Angebot an Konzerten, Workshops, Themenführungen, Aktionen, Kursen oder Pilgerwanderungen angeboten, kurz: ein Veranstaltungsprogramm, das die vielen Facetten des Klosteralltags auf spannende Art und Weise näher bringt. Besonders während der Feiertage und in den bayerischen Oster-, Pfingst- und Sommerferien lohnt sich für Familien ein Blick ins Ferienprogramm und der eine oder andere Ausflug ins Kloster. Alle Veranstaltungen finden in den Räumlichkeiten des Klosters, dem Klostergarten, der Klosterwerkstatt und im Klosteratelier statt. Die Teilnahme ist, soweit für einzelne Programmpunkte nicht gesondert ausgewiesen, im Eintrittspreis zur Ausstellung inbegriffen. Thomas Kapfer-Arrington ____________________________ Eintrittspreise: Erwachsene 4 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei; Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr, Schulklassen nach Anmeldung. Gastronomie: 10 bis 18 Uhr, nach Vereinbarung. Mittagskarte 10 bis 14 Uhr, Abendkarte (Suppe, Brotzeit, Salate) 14 bis 18 Uhr; Reservierungen unter Tel. 08179/926516. Infos zum Programm finden sich im Internet unter www.dimu-freising.de

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