„Ganz normale Arbeit unter erschwerten Bedingungen“

Die aktuelle Lage beim Kreisverband zum „Weltrotkreuztag“

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Abstand halten zu Corona-Zeiten (v.l.): Christian Ikker (Wasserwacht), Jörg Kastner (Kreisbereitschaft), Andreas Schäfer (Geschäftsführer), Josef Niedermaier (Erster Vorsitzender), Helmut Kulla (Soziale Dienste), Markus Bail (Rettungsdienst), Philippe Goller (Patienten-Fahrdienst/Blutspende-Dienst), Tina Gerhardt (Ambulante Pflege) sowie Alexandra Franke (Essen auf Rädern) bei der Weltrotkreuz-Pressekonferenz.

Bad Tölz – Zur Zeit wird viel von ,Helden‘ gesprochen – das Rote Kreuz macht aber eigentlich die ganz normale Arbeit, „nur unter erschwerten Bedingung“, fasste Andreas Schäfer, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands, die aktuelle Situation beim regionalen Rettungsdienst zusammen. Zum „Weltrotkreuztag“ am 8. Mai wurde in einer Pressekonferenz die aktuelle Situation präsentiert: „also das Alltagsleben beim Roten Kreuz zu Corona-Zeiten.“

„Dabei stellte sich heraus, dass die einzelnen BRK-Bereiche ganz unterschiedlich von der Corona-Pandemie betroffen sind. So gebe es etwa beim ambulanten Pflegedienst so gut wie keine Veränderungen, auch wenn hier die „Kunden“, zumeist ältere und behinderte Menschen, hauptsächlich der Hoch-Risiko-Gruppe angehören würden. Selbst das Abstand halten, sei bei der Pflege kaum möglich. So betonte Tina Gerhardt, die stellvertretende Pflegedienst-Leiterin: „Wir sind keine Helden, wir machen nur unsere Arbeit weiter.“

Letzteres sah freilich Landrat und Kreisvorsitzender Josef Niedermaier etwas differenzierter: „Das hat schon etwas Besonderes, dass alle Mitarbeiter gesagt haben, wir machen unseren Job weiter.“ Und das unter dem Aspekt, dass die RK-Helfer oftmals nicht gewusst haben, welche Situation sie dann vor Ort erwarten würde.

Getroffen hat es hingegen die Angebote beim Mehrgenerationen-Haus. „Da hat es uns voll erwischt. Dort sind viele Risikogruppen, da mussten wir alles ziemlich herunterfahren“, erklärte Helmut Kulla, der stellvertretende Kreis-Geschäftsführer und Bereichsleiter für die „Sozialen Dienste“. Doch auch dort sieht er Licht am Ende des Tunnels: „Ab Montag geht’s wieder los.“ Unterschiedlich war hingegen die Situation bei den Tafeln. Während sie im Isarwinkel weitestgehend den Betrieb einstellen mussten, wurde der Dienst im Loisachtal, „aufgrund der räumlichen Gegebenheiten“ nahezu ohne Einschränkungen die ganze Zeit fortgesetzt. Da wurden zumeist bereits fertig gepackte Kisten ausgegeben.

Nämliches galt auch für den Rettungsdienst, der unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen in Sachen Schutzbekleidung und Hygiene, problemlos funktionierte. „Wir hatten seit Ende Februar rund 240 Transporte mit Covid-19 Verdachtsfällen“, führte Leiter Markus Bail aus und freute sich: „Dennoch hatten wir beim Personal keinen einzigen Verdachtsfall.“ Da hier alle Mitarbeiter mit FFP1-Masken ausgestattet werden konnten, sei das größte Problem hier gewesen, „die Beschaffung von Schutz-Bekleidung und –Mittel sicher zu stellen.“

Dass viele aufgetauchte Probleme im Detail stecken machten einig Aussagen deutlich. So wurde etwa beim ambulanten Pflegedient festgestellt: „Positiv war, dass unsere Mitarbeiter viel schneller zu den ,Kunden‘ kamen, da relativ wenig Verkehr auf den Straßen war. Negativ hingegen, dass sie vor Ort kaum Parkplätze fanden, wegen der vielen abgestellten Fahrzeuge von Leuten, die nicht in der Arbeit sondern zu Hause waren.“ Ganz anders die Probleme beim Patienten-Fahrdienst. „Zum Teil sind da unsere Fahrer gar nicht in Krankenhäuser oder Altenheime reingekommen“, so Leiter Philippe Goller.

Einige Besonderheiten wurden zudem festgestellt. So sank die Zahl der Notrufe spürbar, „da haben viele Menschen wohl Angst vor Ansteckung“ (Schäfer) und beim „Essen auf Rädern“ stiegen die Nachfragen erheblich. Dazu meinte Fachbereichs-Leiterin Alexandra Franke: „Das könnte auch damit zusammenhängen, dass derzeit die Gaststätten geschlossen sind und viele ältere Menschen einfach Angst haben, aus dem Haus zu gehen.“ Doch auch hier sind Erleichterungen in den Beschränkungen in Sicht, die es dann auch dem Roten Kreuz einfacher machen ihren ganz normalen Aufgaben nachzugehen. ejs

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