Im Suff ausgerastet

Alkoholisierte Eurasburgerin wirft Aschenbecher und Glasgefäße auf Männer

Justitia mit Waagschale
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Angeklagte muss 2.100 Euro Geldbuße zahlen.

Eurasburg/Wolfratshausen – 48-jährige Eurasburgerin in Achmühle und Wolfratshausen Glasgefäße auf zwei Männer. Zudem führte sie im Mai 2020 verbotenerweise Marihuana mit sich.

Die Angeklagte räumte alle Vorwürfe ein, sodass ihre Rechtsanwältin Almut Jung den Einspruch auf die Rechtsfolgen beschränkte. Daher mussten die drei geladenen Zeugen – die zwei betroffenen Männer und ein Polizist – nicht mehr aussagen. „Meine Mandantin ist gerade dabei, ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen“, erklärte Jung. So wird die Angeklagte ab Dezember therapeutische Gespräche mit der Caritas-Suchtberatung führen. „Ich hatte damals sehr viel getrunken“, berichtete sie. Am 21. Juni 2019 kam es in der Wohnung ihres ehemaligen Lebensgefährten zum Streit, weil sie in dessen Küche kochen wollte. Nach dem Wurf eines Glasgefäßes erlitt der 57-Jährige eine kleine Schnittwunde im Gesicht.

Nicht anders erging es einem Bekannten, auf den sie am 25. September einen schweren Aschenbecher schleuderte. „Ich hatte an diesem Abend rund zwei Promille Alkohol im Blut und musste die Nacht in der Ausnüchterungszelle der Polizeiinspektion verbringen“, erinnerte sich die Mutter zweier Kinder. Acht Monate später entdeckten Polizisten bei einer Drogenkontrolle in Gelting etwa 3,4 Gramm Marihuana bei ihr. „Ich leide an Asthma: Wenn ich das Zeug rauche, geht es mir besser“, behauptete die Frau. Weil sie zudem an Depressionen leidet, geht die gelernte Kinderpflegerin seit vielen Jahren keiner geregelten Abend mehr nach und häufte einen Schuldenberg in Höhe von rund 35.000 Euro an.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu je 15 Euro – insgesamt 2.100 Euro. Richter Helmut Berger folgte dieser Empfehlung. Die von Hartz IV lebende Angeklagte darf diese Strafe in Monatsraten zahlen. „Ich bin froh, dass ich frei bleiben darf und nicht eingesperrt werde“, zeigte sie sich erleichtert. Denn bei gefährlicher Körperverletzung kann sogar eine sechsjährige Haftstrafe ausgesprochen werden. Berger wertete die Vergehen jedoch als minderschwere Fälle, zumal die Männer nur leichte Verletzungen davontrugen. ph

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