Alles im Griff

Landrat Josef Niedermaier und Polizeipräsident Robert Heimberger (r.) freuen sich über die gute Sicherheitslage im Landkreis.

„Gerne zur Kenntnis nehmen“ konnte Landrat Josef Niedermaier am Dienstag den Bericht zur Sicherheitslage im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Die Kriminalstatistik und Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2010 erläuterte der Chef des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim, Polizeipräsident Robert Heimberger, im Tölzer Landratsamt im Rahmen eines Sicherheitsgespräches mit Vertretern von Behörden und Feuerwehr.

Im Landkreis werden etwa 121.000 Bürger von den Polizeiinspektionen Bad Tölz (mit der Station in Kochel), Geretsried und Wolfratshausen, der Kriminalinspektion Weilheim sowie der Verkehrspolizeiinspektion Weilheim polizeilich betreut. Freuen konnte sich nicht nur der Landrat, eigentlich darf sich jeder Einwohner glücklich schätzen, in einer der sichersten Gegenden Deutschlands zu leben, da die Wahrscheinlichkeit, zwischen Vorderriß und Icking, Schlehdorf und Sachsenkam ermordet, überfallen oder beraubt zu werden, äußerst gering ist. Allerdings sagen die Zahlen der Vergangenheit nichts über die Gegenwart und die Zukunft aus – und außerdem gibt es Bereiche, die zur Sorge Anlass geben. „Die hohe Jugendkriminalität und die Auswüchse des Alkoholkonsums machen uns sehr nachdenklich“, sagte Landrat Niedermaier, der zudem auf die hohe Zahl der Kindsmißhandlungen hinwies. Gerade letztere seien kein Problem der Großstädte, sondern leider auch auf dem Land häufig anzutreffen. Besonders niedrig sind laut Kriminalstatistik die Fälle von Tötung (es gab 2010 nur einen Versuch, als ein 35-jähriger Mann mit einer Gardinenstange auf seine 43-jährige Ex-Partnerin einschlug), die Zahl der Verkehrstoten halbierte sich von 18 auf neun, drei Menschen kamen in Folge von Drogenkonsum ums Leben. Fast schon „paradiesische“ Verhältnisse herrschen bei Kfz-Diebstählen und Einbrüchen. Heimberger: „Rein statistisch wird im Landkreis alle drei Wochen einmal eingebrochen oder ein Auto geklaut.“ Dennoch kommen über das Jahr gesehen 4.701 Straftaten zusammen (373 weniger als 2009), wovon knapp zwei Drittel aufgeklärt wurden. Auf 100.000 Einwohner gerechnet, liegt die „Belastung“ der hiesigen Bevölkerung deutlich unter dem Landesdurchschnitt, im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen lebt man also noch sicherer als in Oberbayern Süd mit seinen Landkreisen vom Berchtesgadener Land bis Weilheim-Schongau und Gramisch-Partenkirchen. Nicht erfreulich ist die Verkehrsopferbilanz mit 3.258 polizeilich registrierten Unfällen und 730 Verletzten, außerdem wurden acht Kinder bei Schulwegunfällen verletzt. 195 Fahrzeuglenker wurden mit Alkohol am Steuer erwischt, ein 43-Jähriger gar mit 3,63 Promille, einem Wert, den man nur durch längeres „Training“ erreichen kann. „Denn sonst findet man sein Auto gar nicht mehr“, wie Heimberger mutmaßte. Verkehrsüberwachung und Prävention werden auch in Zukunft bei der Polizei groß geschrieben. Dabei hofft man auf engagierte Bürger. Nicht zuletzt der tragische Fall von Dominik Brunner in Solln hat gezeigt, dass Zivilcourage wieder einen höheren Stellenwert hat. Heimberger: „Starke Polizei und couragierte Bürger bedeuten eine sichere Heimat.“

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