„Es knistert nur so vor Inspiration“

100 Minuten fünf Filme: Ende Mai wird das Alpen-Film-Festival der Öffentlichkeit präsentiert

Im Kurzfilm„Building Bridges“ balanciert ein Mensch über eine Slackline zwischen zwei Heißluftballons
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Im Kurzfilm„Building Bridges“ balanciert ein Mensch über eine Slackline zwischen zwei Heißluftballons.
  • Viktoria Gray
    VonViktoria Gray
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Bad Tölz – Heuer feiert das Alpen-Film-Festival Premiere. Initiiert wurde die Veranstaltung von der Tölzer Schriftstellerin Sandra Freudenberg. Im Interview berichtet sie: wie es dazu kam und worauf sich die Zuschauer freuen dürfen.

Frau Freudenberg, wie entstand eigentlich die Idee zu dem Alpen Film Festival?

„Das überbordende Vereinnahmen der Alpen durch Sport und Tourismus lässt uns vergessen, dass Alpinismus ein Kulturgut ist. Es wurde 2019 auch von der Unesco dazu erhoben. Wir hatten bis 2020 mit dem Bayerischen Outdoor Filmfestival eine klassische Abenteuer- und Outdoorfilmtour. Zunehmend hatten wir das Gefühl, uns damit immer mehr von den Idealen des Alpinismus zu entfernen. Immer nur noch wilder? Dass wollten wir einfach nicht mehr fortführen. Damit war die Idee, ein Filmfestival, dass sich der Leidenschaft des Bergsteigens und der Geschichte zuwendet geboren. Außerdem wird bei uns viel mehr gelacht, dass darf ich schon jetzt versprechen.“

Alpen-Film-Festival-Leiterin: Sandra Freudenberg

Das Festival hätte seine Premiere eigentlich in Bad Tölz im Capitol-Kino feiern sollen. Wegen der anhaltenden Corona-Lage ist der Startschuss jetzt EndeMai in Innsbruck. Sind Sie enttäuscht, dass die Premiere nun doch seinen Anfang nicht in Tölz feiern kann?

„Als wir mit unserer Idee nach draußen gingen, war es das Capitol Kino, das uns sofort seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellen wollte. Und aus gutem alten Brauch, wollten auch wir unserem Heimatpublikum das Programm als erstes präsentieren. Nun werden wir aber am 27. Mai in Innsbruck starten, da die Kinos in Österreich ab dem 19. Mai öffnen dürfen. In Deutschland gibt es leider noch keine verbindlichen Öffnungskonzepte.“

In 100 Minuten gibt es fünf Filme zu sehen. Wie wurden diese ausgewählt?

„Nehmen Sie den Film „Inbetween“ als Beispiel: der Kameramann Rolf Steinmann hat in der Arktis an einem geheimen Ort Moschusochsen gefilmt: für vier Minuten Film hat er eine Woche lang gedreht. Diese Art von Leidenschaft finden sie in all’ unseren Filmen: es knistert nur so vor Inspiration, aber die ganz wilden Sachen, die haben wir nicht im Programm. Dafür aber auch ein Film, den wir selbst produziert haben über die lebende Bergsteiger Legende Hermann Huber; meist wohnhaft in Gießbach. Er ist als Alpinist mein absolutes Vorbild!“

Wird es das Festival in Zukunft jedes Jahr geben?

„Wir haben schon wunderbare Filme für die nächste Saison sichten dürfen, drehen auch schon wieder und es gibt zur Zeit wirklich soviel an lieben Unterstützern, dass wir sehr hoffen, 2022 weiter zu machen.“

Gibt es einen Liebling unter den Filmen für Sie?

„Einen Lieblingsfilm habe ich nicht, aber ich glaube, es wird eine Lieblings-Veranstaltung geben: Im August sind wir draußen im Hochseilgarten Lenggries - die Proben laufen schon - und da lassen wir uns was ganz besonderes einfallen.“

Zum Festival: 5 Filme – 100 Minuten

Initiiert wurde das Alpen Film Festival, dass nun jährlich stattfinden soll, von der Schriftstellerin Sandra Freudenberg und von dem Filmemacher Tom Dauer. Freudenberg fungiert als Festivalleiterin und Dauer als Kurator. Beim Alpen Film Festival geht es darum, die Alpen und die Berge als einen Kulturraum zu präsentieren. Einen Kulturraum, der Menschen unterschiedlichster Herkunft verbindet.

Gezeigt wird unter anderem der Film „Lifelines - The Story of two Friends“ von Frank Kretschmann, der Kurzfilm und das Making Of von „Building Bridges“ von Johannes Olszewski (siehe Foto oben), „In Between“ von Rolf Steinmann, „Ski Vacations“ von Johannes Hoffmann sowie „90“ ein filmisches Portrait über den Alpinisten Hermann Huber von Tom Dauer. An zwei Tagen wird das Festival auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zu sehen sein. Am Freitag, 6. August, wird es im Hochseilgarten Lenggries (Bergbahn Brauneck) und am Mittwoch, 22. September, in Bad Tölz am Sportpark (Bergwacht Bayern) gezeigt. Alle Termine und nähere Informationen gibt es auf www.alpenfilmfestival.de.

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