Bittere Skisaison-Bilanz

Alpen-Plus-Skigebiete fahren Verluste ein – Hoffnung liegt nun auf den Sommerbetrieben

Stiealm und der Idealhang am Brauneck
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Ende März und massig Schnee: Stiealm und der Idealhang am Brauneck in Lenggries.
  • Daniel Wegscheider
    vonDaniel Wegscheider
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Landkreis – Normalerweise würden jetzt die hiesigen Skibetreiber ihre Jahresbilanz ziehen. Heuer jedoch standen die Lifte am Brauneck, Wallberg, Spitzingsee und Sudelfeld still.

Keinen einzigen Tag konnte aufgrund der Corona-­Situation ein Gewinn eingefahren werden – der Verlust geht in die Millionen.

„Dass es tatsächlich zu einem monatelangen Lockdown kommt und wir unsere Leistungen in dieser Wintersaison überhaupt nicht anbieten durften, war nicht abzusehen“, resümiert Peter Lorenz, Sprecher des Alpen-Plus-Skipass- und Bergbahnverbundes: „Das ist wirklich bitter und tut uns in der Seele weh.“

Bis zuletzt hatten die Alpen-Plus-Partner gehofft, in diesem Winter wenigstens noch für ein paar Wochen ihren Skibetrieb starten zu können. Doch daraus wurde nichts, die Bund-Länder-Beschlüsse zum Infektionsschutz aufgrund steigender Infektionszahlen ließen es einfach nicht zu. „Von dieser Hoffnung mussten wir uns endgültig verabschieden“, so Lorenz, der nun auf ein Verlustgeschäft zurückblicken muss.

Die regionalen Skigebiete sind im hohen Maße vom Winterbetrieb abhängig. Lorenz spricht von etwa 70 Prozent Einbußen auf den Gesamtumsatz gerechnet. Dazu kommen Kosten wie etwa die vorherige künstliche Beschneiung der Pisten, „da sind schnell mal 100.000 Euro pro Saison“ für ein Skigebiet weg. Nicht zu vergessen das komplette Personal, das von Weihnachten bis März in Kurzarbeit auf seinen Einsatz gewartet hatte. Insgesamt rechnet der Alpenbahnen-Geschäftsführer pro Skigebiet mit etwa zwei Millionen Euro Minus.

Nun ist die Skisaison offiziell als beendet erklärt worden. Bekanntermaßen laufen die Lifte bei genügend Schnee schon mal bis zum Ostersonntag. Heuer wäre wieder so ein Winter gewesen, sagt Lorenz nicht ohne Wehmut. Zwar sei es um Weihnachten herum noch etwas „zach“ mit dem Schnee gewesen, aber dann startete die vierte Jahreszeit voll durch: Ab Neujahr wurde es kalt, die Schneekanonen konnten ergiebig weiße Flocken auf die Pisten blasen. Danach gab es fast durchgehend schönes Wetter und im März nochmal viel Neuschnee. „Ideal“ sagt Lorenz. Doch aus wirtschaftlicher Sicht war es dass für die Liftgesellschafter eben nicht.

Staatliche Hilfen werde es wohl auch keine geben, und wenn greifen sie für die Seilbahnbranche nur bedingt. „Wir versuchen es noch, rechnen aber mit keiner“, betont Lorenz. Lediglich das Sudelfeld setzt darauf, da es sich dort um einen Totalausfall handle. Denn dieses Skigebiet habe im Vergleich zum Brauneck, Wallberg und Spitzingsee keinen Sommerbetrieb, um den finanziellen Schaden zu kompensieren.

„Es ist, wie es ist. Wir müssen nach vorne schauen.“ Daher hofft Lorenz nun auf einen guten Sommerbetrieb, sowie vergangenes Jahr. Auch wenn die entgangenen Umsätze damit nicht ausgeglichen werden könnten. Lorenz sagt: „Unsere Leute wollen wieder arbeiten. Und wir unser Geld selber verdienen.“

Lesen Sie hier auch die Bilanz vergangenen Jahres: Bergwacht Bayern warnt vor Ansteckungsrisiko / Lenggrieser Bergretter ziehen Winterbilanz oder hier: Bilanz der Bergwacht Lenggries: insgesamt 54 mal im Einsatz

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