Odyssee der Baumveteranen

Alte Mehlbeeren sollen an den Tattenkofener Kreisel umziehen

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Die Bäume konnten wegen der Großbaustelle nicht bleiben. Aber wachsen sie woanders wieder an?

Geretsried – Wohin mit den Baumveteranen von der Egerländer Straße, die den Bauarbeiten im Weg stehen? Woanders verpflanzen oder gleich neue kaufen, über diese Frage geriet sich der Geretsrieder Bauausschuss in die Haare. Die Baum-Recycler konnten sich durchsetzen.

Die großgewachsenen alten Bäume sollten nicht einfach gefällt werden. Allein, ein sinnvoller neuer Standort war das Problem. Im Stadtrat kam erst der Vorschlag auf, neun geeignete Mehlbeeren auf den Karl-Lederer-Platz zu verpflanzen. Weil die Ballen aber für die enge Baumstellung zu groß sind, musste das verworfen werden. Der nächste Standort, der Parkplatz Böhmwiese, war auch nicht das Gelbe vom Ei – schließlich soll der in ein paar Jahren bebaut werden. In letzter Minute kam dann noch ein dritter Standort beim Tattenkofener Kreisel ins Gespräch. Die CSU ließ im Bauausschuss aber klar erkennen, dass sie lieber fällen will, weil dies kostengünstiger kommt. Franz Wirtensohn etwa wollte mit dem Umsetzen kein Risiko eingehen und lieber „gscheite neue“ kaufen. „Das alte Sprichwort heißt: einen alten Baum verpflanzt man nicht.“ Er bezweifelte, dass die alten Mehlbeeren den Umzug überstehen würden, damit wären 15.000 Euro umsonst ausgegeben. Vera Kraus (FW) pochte dagegen auf den Wert der alten Bäume, der auf 3.500 Euro pro Stück geschätzt wird und Volker Witte (Grüne) mahnte: „Habt ihr nachgedacht, dass es sich um lebende Wesen handelt?“ Die Mehrheit wollte es mit dem Umpflanzen probieren, möglichst beim Tattenkofener Kreisel. ha

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