Krämmel muss warten

Wohnanlage statt Kino

Geretsried – Bauunternehmer Reinhold Krämmel muss sich gedulden. Er will aus dem Geschäftshaus samt ehemaligen Kino an der Adalbert-Stifter-Straße ein Wohnhaus machen. Daraus wird aber vorerst nichts.

Die Läden im Erdgeschoß verschwinden – stattdessen plant Krämmel drei nebeneinander stehende Wohnungen, die sich jeweils über drei Etagen erstrecken. Der Baukörper soll im Grunde nicht verändert werden. Lediglich plant Krämmel eine Glasfassade. Weiter soll das Gebäude energetisch saniert werden. Der Bauausschuss machte ihm aber vorerst einen Strich durch die Rechnung. Knackpunkt: Krämmel plante die Nutzungsänderung mit den bestehenden vier Parkplätzen. „Was gemäß Bayerischer Bauordnung ausreichend ist“, sagte Bauamtsmitarbeiter Raimund Stumpfhauser. Der Nutzungsänderung stehe nichts im Wege. Doch, vorerst schon. Denn die Stadträte sehen Krämmels Vorhaben gerade im Hinblick auf die Stellplatzsatzung und die anhaltende Diskussion zur Nachverdichtung anders. CSU-Stadtrat Ewald Kailberth forderte, dass die Stellplätze gemäß dem neuen Schlüssel eingefordert werden sollten. „Vier Stellplätze sind definitiv zu wenig.“ Usus seien mindestens 1,5 Stellplätze pro Wohneinheit. Auch Volker Witte (Grüne) störte sich an den Stellplätzen, denn „sechs sollten es schon sein“. Doch eine Mehrheit, um Krämmels Pläne abzulehnen, fand sich im Gremium nicht. Der Ausschuss einigte sich darauf, dass Gesuch zurückzustellen und nochmals mit Krämmel zu verhandeln, ob denn nicht doch Platz für sechs Stellplätze sind. CSU-Stadtrat Franz Wirtensohn fragte nach, ob denn die Stadt überhaupt eine Umwandlung der Geschäftshäuser in eine Wohnhaus will. „Wir haben uns doch im Hinblick auf das Schulzentrum bei dem Aufstellen des Bebauungsplans etwas gedacht.“ Und der sehe eben Geschäfte vor. „Wollen wir das aufgeben“, fragte Wirtensohn. Dem Vernehmen nach können sich die Läden in dieser Lage nicht halten. Die Geschäftsinhaber sind überdies von den Umwandlungsplänen informiert. Ralf Fastner

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