Landkreis trauert

Altlandrat Dr. Otmar Huber ist im Alter von 94 Jahren gestorben – Niedermaier blickt zurück

Ehemalige Landrat Dr. Otmar Huber
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Der ehemalige Landrat Dr. Otmar Huber an seinem Arbeitsplatz in den 1970er-Jahren.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Bad Tölz/Landkreis – Der Tölzer und frühere Landrat Dr. Otmar Huber ist am Donnerstagabend im Alter von 94 Jahren friedlich eingeschlafen.

Landrat Josef Niedermaier zeigt sich von seinem Tod tief betroffen „Den ganzen Landkreis erfüllt es mit tiefer Trauer, auch mich persönlich. Alle haben Huber als wirklich ganz besonderen Menschen in verschiedensten Bereichen kennengelernt.“

Zukunftsorientiert und auf eine Welt von morgen ausgerichtet

Otmar Hubers Wirken war immer zukunftsorientiert auf eine Welt von morgen ausgerichtet. Nun hat der Altlandrat diese Verlassen. Landrat Josef Niedermaier erinnert sich an das Tölzer Urgestein und seinen Vorvorgänger: „Der Kriegsgeneration entstammend brachte er es nach einjähriger Gefangenschaft in einem Bergwerk in Polen zu einem hoch-beachteten Staatsjuristen, der aus seiner Tätigkeit im Landratsamt Tölz von der Bevölkerung zum Landrat gewählt wurde.

Alpenverein trauert

Auch die hiesige Sportlerfamilie und der Alpenverein trauern um einen engagierten, humorvollen aber auch kritischen und um die Ecke denkenden Geist. „Seine fachliche Hartnäckigkeit bei vielen zukunftsweisenden Themen, dafür bewundern wir ihn noch heute“, betont Niedermaier weiter. Der Landkreis profitiere nämlich noch heute davon.

Drei Generationen an Landräten: (v.l.) Manfred Nagler (1996 bis 2008), Dr. Otmar Huber (1967-1972 und 1972–1996) sowie der jetzige Kreischef Josef Niedermaier.

Den Ausgleich für schwierige Situationen im Amt suchte der extreme Ausdauersportler nach der Arbeit auf seinem Fahrrad, beim Schwimmen oder Wandern in den Bergen. Selbst der „Ironman“, einer der weltweit härtesten Triathlon-Wettkämpfe auf Hawaii, war ihm nicht zu schwer. Huber war bis zum Schluss sportlich aktiv. „Erst in den vergangenen Wochen habe ich ihn noch auf dem Fahrrad gesehen“, berichtet Niedermaier.

„Wir müssen in der Welt von morgen bestehen“

Eine von Hubers größten Verdiensten sei das erfolgreiche Zusammenwachsen des Landkreises nach der Gebietsreform gewesen. Das Gefühl der Gemeinsamkeit und das Streben nach gemeinsamen Zukunftslösungen zeigen sich in einem noch heute aktuellen Zitat von ihm. Seine Handlungsmaxime war stets: „Wir müssen in der Welt von morgen bestehen.“ Und das ist Huber gelungen, was sich in seinen wegweisenden Projekten im Bereich Schule, Tourismus sowie Abfall- und Gesundheitswesen zeige. Niedermaier sagt: „Huber hat dem Landkreis in seiner rund drei Jahrzehnte dauernden Dienstzeit sein modernes und menschliches Gesicht gegeben.“

Fahnen wehen auf Halbmast

Dr. Otmar Huber stand von 1967 bis 1972 an der Spitze des damaligen Landkreises Bad Tölz. Nach der Landkreisgebietsreform wurde er zum ersten Landrat des neu gebildeten Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen gewählt. Nach dreimaliger Wiederwahl trat Huber 1996 mit nahezu 30 Dienstjahren als damals dienstältester bayerischer Landrat in den Ruhestand. Huber war unter anderem Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse und des Bayerischen Verdienstordens. Nun hat Huber den Landkreis verlassen – sein Wirken bleibt. Als Zeichen der Trauer wehen dort die Fahnen auf Halbmast.

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