Stadtrat lehnt mehrheitlich eine Zuschusserhöhung ab

Surfwellen-Projekt scheitert nach sechsjährigen Entscheidungsprozess

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So hätte es aussehen können: Hier wird an der Münchner Floßlände in Thalkirchen gesurft. In Wolfratshausen wird es dagegen keine künstliche Welle geben, dass Projekt ist gescheitert.

Wolfratshausen – Weil für den Bau einer künstlichen Surfwelle rund 64.000 Euro aus dem „Leader“-Fördertopf der Europäischen Union fehlen, stand der Stadtrat am Dienstagabend vor einer schweren Entscheidung: Soll der gedeckelte städtische Zuschuss von 400.000 Euro noch einmal erhöht werden? 14 von 25 Stadträten lehnten dies ab.

Vergeblich appellierte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) vor der anderthalbstündigen Debatte an die Stadträte, das Projekt fortzuführen. Wie berichtet, würden statt der erhofften 335.000 Euro noch 271.000 Euro aus dem EU-Fördertopf fließen.

Laut den Kostenberechnungen aus dem Frühjahr 2019 muss für die künstliche Surfwelle insgesamt ein Betrag von knapp 800.000 Euro investiert werden. Davon zahlt die Stadt laut Stadtratsbeschluss maximal 400.000 Euro, wobei bereits 175.000 Euro allein für die Planung ausgeben wurden. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten in Höhe von 5.000 Euro. Zudem hat der Verein „Surfing Wolfratshausen“ rund 60.000 Euro Spenden gesammelt.

Nun musste der Stadtrat darüber entscheiden, ob der im Februar gefasste Beschluss, den städtischen Zuschuss auf 400.000 Euro zu begrenzen, aufgehoben wird.

„Das Ende der Fahnenstange ist heute erreicht“, erklärte CSU-Fraktionssprecher Günther Eibl. Er befürchtet weitere Kostensteigerungen und Unwägbarkeiten. Seine Fraktionskollegen Helmuth Holzheu und Dr. Manfred Fleischer sehen das genauso. So könnte aufgrund der bevorstehenden neuen Konzessionierung für das Walchenseekraftwerk in Zukunft weniger Wasser durch die Isar fließen. „Den Surfern könnte oft die Wassermenge fehlen“, erklärte Fleischer. SPD-Fraktionssprecher Fritz Meixner blickte enttäuscht auf den mittlerweile sechsjährigen Entscheidungsprozess zum Bau einer künstlichen Surfwelle zurück. „Es macht mich sprachlos, dass wir so lange unterwegs sind und jetzt erst erfahren, was nicht förderfähig ist“, bedauerte er. Dagegen plädierte der Fraktionssprecher der Bürgervereinigung, Josef Praller, für eine Erhöhung des städtischen Zuschusses. „Es wird mehr kosten, aber das ist uns das Projekt wert“, erklärte Praller.

Auch Bürgermeisterkandidatin Annette Heinloth (Bündnis 90/Grüne) warnte vor einer Ablehnung. „Ich gehöre zu denen, die an die Strahlkraft des Projekts glauben“, sagte sie. Am Ende reichten die elf Stimmen der Surfwellen-Befürworter aber nicht aus, um den im Februar gefassten Beschluss aufzuheben. „Damit ist das Projekt Surfwelle in Wolfratshausen beendet“, stellte Heilinglechner ernüchtert fest.

Enttäuschung gab es auch auf der voll besetzten Besucherempore: Die Vorsitzende des Vereins „Surfing Wolfratshausen“ Stefanie Kastner hoffte vergeblich auf eine Erhöhung des städtischen Zuschusses.Peter Herrmann

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