Die Amerikanerin Jessica Nysenbaum besucht Waldram, wo einst ihr Vater als „displaced person“ lebte

Auf Spurensuche

Jessica Nysenbaum aus Washington besuchte auf Spurensuche ihrer Eltern auch die „Kentuckystraße“ 11 – die heutige Törringstraße in Waldram. Denn hier lebte ihr Vater kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.

Waldram – Jessica Nysenbaum ist auf Spurensache. Die 29-Jährige aus Washington wollte Waldram kennenlernen, denn ein Teil ihrer Familie lebte dort kurzzeitig – als „displaced persons“ (DP) kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ihre Großeltern Ida und Icchok Nysenbaum, polnische Juden, erreichten 1946 Deutschland und kamen zunächst in ein DP-Lager in Kassel. Die nächsten Stationen waren München, Feldafing und dann Föhrenwald. Ihr Vater, Szmul Nysenbaum, wurde am 4. März 1951 in München geboren, kam dann mit seinen Eltern am 31. Mai 1951 nach Föhrenwald – dem heutigen Waldram – in die „Kentuckystraße“ 11. Obwohl es für die Familie nur ein Durchgangslager war, bereits am 29. Dezember 1951 emigrierte sie mit dem Schiff „General Sturgis“ von Bremerhaven aus in die USA, ist es für Jessica wichtig, den Spuren dieses Lebensabschnitts ihrer Großeltern und ihres Vaters zu folgen. Eva Greif, Kreisheimatpflegerin Maria Mannes, Sabine und Anna Henschelchen führten Jessica Nysenbaum durch Waldram, zeigten ihr das ehemalige „Badehaus“, unterrichten sie über die Geschichte des Hauses und darüber, was der Verein „Bürger fürs Badehaus“ plant. Höhepunkt des Rundgangs durch Waldram war für die gebürtige New Yorkerin der Besuch des Hauses an der „Kentuckystraße“ 11, der heutigen Törringstraße. Am Kolpingplatz erzählte Nysenbaum noch von ihren Recherchen zu ihrer Familiengeschichte in den Archiven in Bad Arolsen und Washington. Nysenbaums Besuch Waldrams erfolgte im Rahmen des Programms „Germany close up“, das von der Bundesregierung unterstützt wird und amerikanischen Juden die Möglichkeit gibt, Deutschland kennen zu lernen. Ralf Fastner

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