Honigbienen bedroht 

Amerikanische Faulbrut: Sporen bei drei Imkereien im Nordlandkreis nachgewiesen

Ein Imker prüft seine Bienen
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Imker sind aufgerufen ihre Völker testen zu lassen.

Landkreis - Die Amerikanische Faulbrut, im Volksmund auch „Bienenseuche“ genannt, wurde im Herbst 2020 im Landkreis Starnberg amtlich festgestellt. Bei Untersuchungen in Münsing und Icking, nahe der nördlichen Landkreisgrenze, gab es ebenfalls Nachweise in drei Bienenhaltungen. Hiesige Imker sollten deshalb ihre Völker testen lassen.

Wie der Tiergesundheitsdienst Bayern und die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau mitteilt, ist die „Amerikanische Faulbrut eine hochansteckende, anzeigepflichtige Tierseuche der Honigbiene“. Das Bakterium befällt ausschließlich die Bienenbrut und führe zum Absterben der Larven. „Eine Ausbreitung der Krankheit im Bienenvolk erfolgt über Sporen des Faulbrut-Erregers im belasteten Futter.“

Wichtige Info: Die Amerikanische Faulbrut stellt keinerlei Gefährdung für die erwachsene Biene, den Menschen oder andere Lebewesen dar. „Auch der Honig kann ganz ohne Bedenken verzehrt werden“, betont Veterinärarzt Georg Unterholzner vom Tölzer Landratsamt.

Bei den drei Bienenhaltungen im Landkreis wurden Sporen in den Waben festgestellt, „klinische Veränderungen in den Bienenstöcken gab es bei den amtlichen Kontrollen nicht“, berichtet Landratsamt-Sprecherin Sabine Schmid: „Anzeichen dafür wären ein muffiger, fauler Geruch, eine schwache, unregelmäßige Brut und eine positive Streichholzprobe.“ Vorsichtshalber erließ das Landratsamt dennoch zwei Sperrbezirke in der Nähe von Schwabbruck (Kreis Weilheim-Schongau) und im Ickinger Ortsteil Attenhausen. Hier dürfen die Imker keine Bienen oder Geräte wegschaffen, um die Tierseuche einzudämmen.

„Besonders wichtig ist nun, dass die befallenen Bienenhaltungen im Frühjahr erneut amtlich überprüft werden, um gegebenenfalls eingreifen zu können“, erklärt Unterholzner. Darüber hinaus sollen Bienenhalter in den Gebieten um den Buchsee, Attenhausen und Walchstadt ihre Völker im Frühjahr auf eventuelle Symptome der Amerikanischen Faulbrut überprüfen. „Sobald das Frühjahr mit seinen wärmeren Temperaturen die Bienen aus den Stöcken lockt, wäre die richtige Zeit zu einer Untersuchung“, rät der Veterinärarzt. Zudem sollten Bienenstöcke von zusammengebrochenen oder leerstehenden Völkern entfernt oder bienendicht verschlossen werden.

Auch Ickings Bürgermeisterin Verena Reithmann warnt: „Die Amerikanische Faulbrut ist eine gefährliche Bienenkrankheit“, schreibt sie in einer Mitteilung zum Faulbrut-Monitoring. „Unser Gemeindegebiet ist seit Oktober letzten Jahres am Rand betroffen. Nun beginnt die Flugzeit wieder und es besteht mehr als im Hochwinter die Gefahr, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet“, so Reithmann und weiter: „Der Tiergesundheitsdienst hat deshalb mein Angebot gerne angenommen, dass wir in der Gemeinde gebündelt Proben aus den Bienenstöcken an den Tiergesundheitsdienst zur Überprüfung auf Sporen der Krankheit senden.“ Werde auf diese Weise ein Befall mit Sporen erkannt, bevor die Krankheit ausbreche, könne dem Ausbruch und der Weiterverbreitung entgegengesteuert werden. Die Bürgermeisterin bittet die Ickinger Imker um eine Futterkranzprobe und diese bis 10. März im Rathaus nach Anmeldung (Tel: 08178/920 014) abzugeben. Diese werden kostenlos untersucht. Imker können ihre Proben auch unentgeltlich beim Tiergesundheitsdienst in Grub auf Faulbrutsporen untersuchen lassen (Anmeldung unter Tel: 089/909 1231). Fragen beantwortet Bienensachverständiger Michael Glück (Tel: 0175/5443 007) und das Tölzer Veterinäramt (Tel: 08041/505438).

Daniel Wegscheider

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