Achtung Autofahrer: Amphibien kreuzen

Bund Naturschutz gibt seine jährliche Warnung zu Froschwanderung heraus: Weitere Helfer gesucht

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Zum Schutz der Amphibien stellen ehrenamtliche Helfer sogenannte Froschzäune entlang der Kreisstraßen auf. Autofahrer sollten nun besonders vorsichtig fahren, damit weder Mensch noch Tier zu schaden kommt.

Bad Tölz – Amphibien gehören zu den weltweit am gefährdetsten Wirbeltieren und sind deshalb besonders geschützt: Zehn von 19 in Bayern heimische Arten sind stark gefährdet. Dabei haben sie eine große ökologische Bedeutung für den Naturhaushalt. Daher weißt der Bund Naturschutz auch heuer wieder die Autofahrer auf die jetzt beginnende Froschwanderung hin

Vereinzelt waren die ersten Grasfrösche bei warmen Temperaturen bereits Ende Februar unterwegs. Sobald die derzeit kühlen Nachttemperaturen wieder über fünf Grad am Boden steigen und Regen einsetzt, dürfte die alljährliche Frühjahrswanderung der paarungsbereiten Frösche, Kröten und Molche aus den Winterverstecken zu ihren Laichgewässern voll losgehen.

Dabei geraten sie aber in Lebensgefahr, wenn sie Straßen überqueren müssen. Im Landkreis werden deshalb aktuell mobile Schutzzäune entlang solcher Straßen aufgebaut. Hier werden die Tiere in den nächsten Wochen von ehrenamtlichen Helfern des Bund Naturschutz (BN) der Kreisgruppe Bad Tölz-Wolfratshausen mit Eimern eingesammelt und über die Straße gebracht, damit sie ihr Laichgewässer sicher erreichen. Nicht nur Amphibien, sondern auch Menschen sind deshalb auf den Straßen unterwegs.

Der BN appelliert ganz dringend an die Autofahrer, Rücksicht zu nehmen, nicht nur auf die Amphibien, sondern auch auf die Helfer am Straßenrand, die mit Leuchtwesten, Lampen und Armblinkern ausgerüstet sind. Vor allem in regnerischen Abend- aber auch in Morgenstunden bei milderen Temperaturen werden die Autofahrer gebeten, besonders aufmerksam und vorsichtig zu fahren und die Geschwindigkeitsbeschränkungen einzuhalten. Blinklampen und Warnschilder mit Froschsymbol sowie örtlich Tempolimits weisen auf die Sammelgebiete hin. Langsam fahren sollten Autofahrer aber auch ohne Warnhinweise, wenn sie auf Straßen fahren, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen.

Die wichtigsten Amphibienwanderstrecken im Landkreis mit Betreuung sind: Gut Meilenberg bei Dorfen (hier ist die Meilenberger Straße nachts für den Durchgangsverkehr gesperrt), Bergkramerhof, Ascholding, Harmatinger Weiher, Schwaigwall, Haidach, Achmühle, Beuerberg, Sachsenkam, Seestaller Weiher, Stallauer Weiher, Kochel, Walchensee, Lenggries-Hohenburg sowie die vom Landesbund für Vogelschutz betreuten Gebiete Eulenschwang und Moosham. dwe

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Bei Fragen rund um die Amphibienwanderung oder wer noch beim Sammeln helfen möchte, bitte in der BN-Geschäftsstelle melden unter Tel: 08171/26 57 1 oder per E-Mail: an bad-toelz@bund-naturschutz.de.

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