Zum Scheitern verurteilt

Amtsgericht: 15.000 Euro Schadensersatz wegen illegaler Baumfällung

Die Statue der Justitia.
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20-jähriger Azubi muss Schadenersatz zahlen.

Dietramszell – Teuer zu stehen kam einem jungen Dietramszeller die unerlaubte Fällung von Bäumen in zwei Waldgebieten. Weil der wegen versuchten Diebstahls angeklagte Azubi bereits 15.000 Euro Schadenersatz an die Eigentümerin abbezahlt, zeigte sich das Jugendgericht in Wolfratshausen gnädig.

Im März 2019 fällte der Angeklagte mit Bekannten auf zwei Waldflächen in Dietramszell und Bad Heilbrunn mehrere Bäume, um das Holz anschließend gewinnbringend zu verkaufen. Da der Azubi von einem Münchner Gericht Anfang des Jahres bereits zu einer Schadenersatzzahlung in Höhe von 15.000 Euro verurteilt wurde, beließ es Richterin Friederike Kirschstein-Freund nun bei der Weisung, die monatlichen Ratenzahlungen aufrechtzuerhalten.

„Das Vorhaben war von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil ein Verkauf des Holzes nur über die Waldbesitzervereinigung möglich ist“, erklärte Rechtsanwalt Stevan Krnjaic.

Er verwies auf die Naivität seines zur Tatzeit 18-jährigen Mandanten, der sich zudem aufgrund einer familiären Krise in einem emotionalen Ausnahmezustand befunden habe. „Er wollte seinen drogenabhängigen Bruder mit Geld unterstützen“, sagte Krjnaic. Die Eigentümerin der beiden in Dietramszell und Bad Heilbrunn gelegenen Waldstücke kannte der Auszubildende zwar nicht persönlich. Sein Vater hatte jedoch vor einigen Jahren für die Frau gearbeitet und seinen Sohn in den Wald mitgenommen.

2019 entdeckte der Angeklagte dort mehrere markierte Bäume, die gefällt werden sollten. Zudem kennzeichnete er weitere Stämme und überredete zwei Bekannte, mit ihm die Fällungen durchzuführen. Da seine zwei Kompagnons von der Rechtmäßigkeit des Vorhabens ausgingen, wurde das Strafverfahren gegen sie eingestellt. Den entstandenen Schaden von 15.000 Euro stottert der Dietramszeller nun seit März in monatlichen 500-Euro-Raten ab. „Die Verhängung eines Arrests oder eine Geldstrafe wären hier nicht zielführend“, gab Jugendgerichtshelferin Josephin Bettzüge zu bedenken. Sie regte an, das Jugendstrafrecht anzuwenden und es bei einer richterlichen Weisung zu belassen. Richterin Friederike Kirschstein-Freund folgte dieser Empfehlung. Nur wenn der Verurteilte seine monatlichen Raten nicht mehr zahlt, droht ihm ein Arrest.

Peter Herrmann

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