70 Gramm Marihuana eingekauft

Amtsgericht: 24-Jähriger kommt mit Geldstrafe und ohne Führungseintrag davon

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Angeklagter muss wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz 5.400 Euro zahlen.

Wolfratshausen – Nicht nur zum Eigenkonsum erwarb ein mittlerweile 24-jähriger Wolfratshauser im Sommer des vorigen Jahres insgesamt 70 Gramm Marihuana. Knapp ein Jahr später musst er sich wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz vor dem Amtsgericht verantworten.

Der damals 23-jährige Wolfratshauser kaufte das Marihuana einem Händler in Berg (Landkreis Starnberg) ab. Zudem wurde in der Wohnung des Angeklagten eine geringe Menge Cannabis gefunden.

Gleich zu Beginn der Verhandlung beantragte Rechtsanwalt Marc Wederhake ein Rechtsgespräch mit Richter Helmut Berger und der Staatsanwaltschaft. Darin beschränkte er den Einspruch auf die Rechtsfolgen und verlangte eine Halbierung des ursprünglich vorgesehenen Strafmaßes von 180 auf 90 Tagessätze.

Zudem legte er Nachweise vor, dass sein Mandant mittlerweile an fünf Suchtberatungsgesprächen der Caritas teilgenommen hat und sich mehreren Drogen-Screenings unterzogen hat. Demnach hat der Angeklagte seit August 2018 kein Marihuana mehr geraucht und auch keine anderen Drogen konsumiert. „Ihm ist bewusst geworden, dass er damit seine berufliche Zukunft aufs Spiel gesetzt hat“, erklärte Wederhake. Erst nach den Einlassungen seines Rechtsanwaltes äußerte sich der Mandant: „Ich habe vor vier Jahren mit dem Rauchen von Cannabis angefangen, weil mir der Stress in der Arbeit zu viel wurde“, erklärte der Wolfratshauser. Richter Helmut Berger konnte diesen Beweggrund nicht nachvollziehen. „Wenn es danach ginge, müsste ich ja jeden Tag vollgekokst hier sitzen“, entgegnete er.

Aufgrund der hohen Menge des Marihuanas, das der Angeklagte an drei Tagen zu einem Gesamtpreis von 700 Euro für 70 Gramm erwarb, empfahl die Staatsanwältin eine Geldbuße in Höhe von 140 Tagessätzen zu je 60 Euro. Rechtsanwalt Wederhacke beharrte auf seiner Forderung von 90 Tagessätzen. Denn nur bei dieser Höhe bliebe seinem Mandanten ein Eintrag ins Führungszeugnis erspart.

Richter Helmut Berger zeigte sich vor allem aufgrund der umfangreichen Suchtberatungsunterlagen und der positiven Sozialprognose des Angeklagten milde gestimmt. „Wir wollen ihre berufliche Karriere nicht gefährden: Sie haben mit vielen Nachweisen ordentlich nachgearbeitet“, lobte er. Er verurteilte den Einzelhandelskaufmann zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 60 Euro – insgesamt 5.400 Euro. „Sollten Sie wieder vor Gericht stehen, bin ich nicht mehr so nachsichtig“, mahnte Berger abschließend. Peter Herrmann

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