Amtsgericht: 36-jähriger Geretsrieder erhält Bewährungsstrafe

Kokser bricht mit Vergangenheit

Wolfratshausen/Geretsried – Rund 20 Gramm Kokain fand die Polizei im Herbst 2011 in der Wohnung eines Geretsrieders. Der strafbare Handel mit Betäubungsmittel konnte dem mittlerweile 36-jährigen Familienvater allerdings nicht nachgewiesen werden.

Im August 2011 fand Gregor T. (Name geändert) zunehmend Geschmack am weißen Pulver. „Durch mein damaliges privates Umfeld kam ich in Kontakt mit Kokain. Ich hatte damals beruflichen Stress und habe das Zeug zwei- bis dreimal wöchentlich genommen“, gestand der Angeklagte. Ein einschlägig vorbestrafter Bekannter gab Münchner Drogenfahndern schließlich den Tipp, die Wohnung des Geretsrieders zu durchsuchen. Ende Oktober 2011 verschaffte sich die Polizei dann tatsächlich um 3 Uhr nachts gewaltsam Zutritt ins Domizil von Gregor T. Dabei wurden neben einem 20 Gramm schweren Kokaingemisch-Beutel auch eine Feinwaage sowie Streckmittel gefunden. „Die Feinwaage war defekt. Ich habe das Kokain nicht weiterverkauft, sondern nur selbst konsumiert“, beteuerte der bisher nicht vorbestrafte Geretsrieder. Bei ihm durchgeführte Blutproben ergaben tatsächlich einen hohen Kokainwert. Nach rder nächtlichen Durchsuchungsaktion will Gregor T. seine kurze Drogenkarriere abrupt beendet haben. Die Geburt seiner Tochter vor dreieinhalb Monaten und ein bevorstehender Umzug hätten für ihn eine neue Lebenssituation geschaffen. Auch der Arbeitsplatz erscheint langfristig gesichert. Die Staatsanwaltschaft forderte trotz dieser günstigen Sozialprognose eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Richter Helmut Berger mochte diesem Antrag nicht folgen, da der Handel mit Betäubungsmitteln dem Angeklagten nicht zweifelsfrei zur Last gelegt werden könne. So blieb nur noch der Tatbestand des unerlaubten Drogenbesitzes. Eine Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, hielt Berger für ein angemessenes Strafmaß. Zudem muss der Angeklagte 1.500 Euro an die Suchtberatung der Caritas zahlen. „Der Druck der Bewährung und der Familie soll positiv auf sie wirken. Wenn noch mal etwas passieren sollte, können aber auch schnell die Lichter ausgehen“, warnte Richter Berger. Die bei der Verhandlung anwesende Ehefrau nahm das Urteil ebenso erleichtert auf wie ihr reuiger Mann. Peter Herrmann

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