Morddrohung per Handy

Amtsgericht: 50-Jährige kommt mit kleiner Geldauflage davon

Symbolbild Richterhammer und Waage
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Es sollte ein Spaß sein, endete aber vor dem Gericht: eine 50-jährige Wolfratshauserin musste sich vor Gericht verantworten, weil sie jemanden per Textnachricht gedroht hatte.

Wolfratshausen – Im Juli ließ sich eine Wolfratshauser Frührentnerin zu einer folgenschweren Dummheit hinreißen. Auf dem Handy ihrer 13-jährigen Enkelin schrieb sie einem Bekannten eine in kroatischer Sprache verfasste Morddrohung.

Drei Monate später musste sich die 50-Jährige vor dem Amtsgericht verantworten.

„Ich schwöre, dass ich mir nur einen Spaß erlaubt habe“, beteuerte die Angeklagte. Da sie selbst nicht kroatisch spricht, hat sie die Morddrohung mit einem Online-Übersetzungsprogramm verfasst und an einen Bekannten geschickt. „Die Nachricht hat mich sehr beunruhigt“, berichtete er. Er habe die Morddrohung kurz nach Feierabend erhalten, sich dann erst mal geduscht und dann dazu entschlossen, bei der Polizei eine Anzeige zu erstatten.

Kurz darauf bemerkte der Mann, dass die Angeklagte dreimal versucht hatte, ihn am Handy telefonisch zu erreichen. „Sie kam dann persönlich in meine Wohnung, hat sich bei mir entschuldigt und behauptet, dass ihre Nachricht durch das Übersetzungsprogramm falsch umgewandelt wurde“, sagte er aus. Zu diesem Zeitpunkt, sei es aber nicht mehr möglich gewesen, die Anzeige zurückzuziehen.

Richter Helmut Berger schlug der bisher noch nicht vorbestraften Frau vor, das Strafverfahren gegen eine kleine Geldauflage einzustellen. Nach kurzer Überlegung willigte sie ein und muss nun innerhalb der nächsten drei Monate 250 Euro an den Verein „Brücke Bad Tölz-Wolfratshausen“ zahlen.

Die Fachstelle für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung strebt außergerichtliche Problemlösungen an. „Mit Morddrohungen macht man keinen Spaß“, gab Berger der 50-Jährigen mit auf den Weg. Peter Herrmann

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