Harter Aufprall für Schneepflugfahrer

Amtsgericht: 61-jähriger Anwohner behindert Räumarbeiten

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Den Winterdienst behinderte ein Anwohner bei Achmühle: Er schob nach Auffassung des Amtsgerichtes einen Schneehaufen auf den radweg, damit ein Schneepflug mit diesem kollidiert.

Eurasburg/Achmühle – Mit seinem Traktor schob ein Grundstücksverwalter im Februar den Schnee von einem Anwesen auf den Radweg bei Achmühle. Prompt kollidierte ein von der Gemeinde Eurasburg beauftragter Fahrer eines Schneepflugs mit dem etwa 50 cm hohen Haufen.

Der Fahrer prallte mit dem Kopf an die Scheibe und zog sich eine Beule zu. Am Schneepflug entstand ein Schaden in Höhe von 791 Euro. Deshalb musste sich nun der Anwohner wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten. Im Zeugenstand berichtete der Fahrer, dass es schon des Öfteren Probleme mit dem uneinsichtigen Anwohner gegeben hatte. „Er schob mir einen Schneeberg auf den Radweg, weil er sauer war, dass ich seine Einfahrt nicht geräumt habe“, vermutete der 44-Jährige. Am 4. Februar räumte er ab 3.30 Uhr morgens den Radweg von Untermaxkron bis zum Autobahnzubringer kurz vor Wolfratshausen. Gegen 5 Uhr prallte der Mann bei starkem Schneetreiben in der Nähe von Achmühle gegen den Haufen. Der Angeklagte wies die Vorwürfe zurück, schon zuvor mehrmals die Arbeit des Schneepflugs behindert zu haben. „Nur einmal ist der Keilriemen meines Traktors gerissen, sodass ich den von mir auf den Radweg geräumten Haufen nicht mehr beseitigen konnte“, räumte er ein. Am 4. Februar hätte er jedoch nichts gemacht und geschlafen. Ein Polizist bestätigte jedoch, dass er einige Stunden nach dem Zusammenprall noch einen Schneehaufen vor der Einfahrt des Angeklagten gesehen habe. Die Staatsanwältin forderte deshalb eine Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen zu je 35 Euro – insgesamt 3.150 Euro – und ein einmonatiges Fahrverbot. Rechtsanwalt Dr. Alexander Betz plädierte hingegen auf Freispruch. „Für mich bestehen einige Zweifel an der Täterschaft meines Mandanten“, erklärte er. So sei der Mann nicht beim Aufschippen des Schneehaufens gesehen worden. Richter Helmut Berger glaubte jedoch den Aussagen des Schneepflugfahrers und des Polizisten. Er verurteilte den Mann wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu je 20 Euro – insgesamt 1.500 Euro. Außerdem verhängte er ein einmonatiges Fahrverbot. „Da hätte viel mehr passieren können“, gab Berger zu bedenken. Schließlich gibt es auch im Winter Radfahrer, die auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle radeln. ph

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