Exhibitionist belästigt Schülerin

Amtsgericht: Richterin spricht 34-jährigen Mann aus Mangel an Beweisen frei

Im Zweifel für den Angeklagten: Daher wurde ein 34-Jähriger, der im Verdacht stand eine Schülerin unsittlich belästigt zu haben, vom Amtsgericht freigesprochen.
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Im Zweifel für den Angeklagten: Daher wurde ein 34-Jähriger, der im Verdacht stand eine Schülerin unsittlich belästigt zu haben, vom Amtsgericht freigesprochen.

Geretsried – Am 25. Februar kam es gegen 21 Uhr in einem Linienbus zu einem Vorfall, den eine 15-jährige Schülerin am liebsten vergessen würde:

Ein bärtiger Mann fasste sich vor ihren Augen an sein Geschlechtsteil und zeigte es im erigiertem Zustand. Sechs Wochen später glaubte das Mädchen, den Täter in einem Supermarkt wiedererkannt zu haben. Die Beweisführung am Amtsgericht Wolfratshausen gestaltete sich jedoch schwierig.

„Ich bin unschuldig“, beteuerte der Angeklagte. Die Polizei hatte den 34-Jährigen sechs Wochen nach dem Vorfall in einem Supermarkt vorübergehend festgenommen und verhört. Bei der Verhandlung sagte die 15-jährige Schülerin aus, dass sie den Mann wiedererkannt habe.

Während der Busfahrt entblößte ein Mann sein Geschlechtsteil

Richterin Friederike Kirschstein-Freund konnte der Schülerin eine Zeugenaussage nicht ersparen. Um sie nicht zu sehr zu belasten, musste der Angeklagte kurz den Saal verlassen. „Er hat mich während der Busfahrt die ganze Zeit angeguckt und dann seinen Penis massiert“, berichtete das Mädchen. An der Sudetenstraße sei der Mann dann zwar ausgestiegen, habe sich aber noch mal kurz neben das Busfenster gestellt, um ihr sein erigiertes Glied zu zeigen. „Danach habe ich mich zu Hause im Badezimmer eingesperrt und geweint“, sagte die Schülerin.

Als die Schülerin sechs Wochen später mit ihrer Mutter in einem Geretsrieder Supermarkt einkaufte, glaubte sie den Mann wiedererkannt zu haben. Bei der anschließenden kurzen Gegenüberstellung mit dem Angeklagten brach sie in Tränen aus und erklärte, dass dies der Exhibitionist gewesen ist.

Doch der Beschuldigte war sich keiner Verfehlung bewusst. „Ich habe das Mädchen heute zum ersten Mal gesehen“, behauptete er. Der Mann verwies darauf, dass er an diesem Abend nicht mit dem Bus gefahren ist und die Route nur tagsüber fährt. Zudem gab es einige Unstimmigkeiten. So habe sich die Schülerin daran erinnert, dass sie ein Mann mit Lederjacke und einer weißen Jeans belästigt habe. Diese Kleidungsstücke besitzt der Angeklagte jedoch nicht.

Verwechslung nicht auszuschließen

Obwohl einige andere Merkmale mit dem Aussehen des Beschuldigten übereinstimmten, plädierte der Staatsanwalt auf Freispruch. Richterin Friederike Kirschstein-Freund folgte seiner Empfehlung. „Ich bin überzeugt davon, dass ihr das passiert ist“, sagte sie. Es bestünden jedoch erhebliche Zweifel, dass das Mädchen den Exhibitionisten wiedererkannt habe. Sie verwies darauf, dass die von ihr beschriebenen Merkmale auch auf 100 andere Männer zutreffen könnten und eine Verwechslung nicht auszuschließen sei. ph

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