Randale auf Sonnwendfeier

Amtsgericht verurteilt zwei junge Geretsrieder

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Bei der Geretsrieder Sonnwendfeier im Juni 2018 kam es zu einer massiven Ausschreitung. Nun gab es ein Urteil: zwei Randalierer müssen für jeweils zwei Wochen in Dauerarrest.

Geretsried – Zu massiven Ausschreitungen kam es im vergangenen Jahr bei der Sonnwendfeier der Egerländer Gmoi. Nachdem ein jugendlicher Maßkrugwerfer bereits vom Landgericht München zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt wurde, mussten sich nun ein 19-jähriger und ein 20-jähriger Geretsrieder für Straftaten vor dem Jugendschöffengericht in Wolfratshausen verantworten.

Die beiden Angeklagten kamen am 24. Juni 2018 stark angetrunken zur Böhmwiese. Als herbeigerufene Polizisten ihnen einen Platzverweis erteilten und die Personalien aufnehmen wollten, kam es zu einem Handgemenge. So versuchte der heute 20-jährige Angeklagte seinen Bekannten aus dem Klammergriff eines Polizisten zu befreien. Zudem beleidigte der jüngere Mann die Einsatzkräfte mit dem Kürzel „ACAB“ („All cops are bastards“) und zeigte ihnen den Stinkefinger. Auffällig wurde er bereits zwei Wochen zuvor bei einer Sonnwendfeier in Gelting. Auch dort widersetzte sich der junge Mann einem Platzverweis und beleidigte die Polizei. Damit nicht genug: Am 21. Juli betrank sich der mittlerweile 19-jährige Azubi erneut mit Wodka und trat die Außenspiegel an einem in Geretsried geparkten Mercedes ab. In der Verhandlung räumten die Angeklagten die Vorwürfe ein. Rechtsanwalt Axel Sorg plädierte jedoch dafür, den Spruch „ACAB“ nicht als Beleidigung gegen eine bestimme Person zu werten. „Damit ist die Institution gemeint. Der Spruch wurde aus Entrüstung über die polizeilichen Maßnahmen in den Himmel gerufen“, erklärte er. Richter Urs Wäckerlin konnte diese Einschätzung nicht nachvollziehen und verurteilte die Straftaten scharf. „Was dort vorgefallen ist, spottet jeder Beschreibung. Das war ein gewalttätiger, aufgebrachter Mob, der sich der Polizei entgegengestellt hat“, sagte er. Auch deshalb hatten sich die beiden Angeklagten während der Verhandlung bei den Polizisten für ihr Verhalten entschuldigt. „Ich habe mich aufgeführt wie der letzte Hampelmann und mich vor Hunderten von Leuten blamiert“, bedauerte der 19-Jährige. Auch sein Bekannter beschönigte nichts. „Ich habe aus meinen Fehlern gelernt und brauche diesen Stress mit der Polizei nicht mehr“, erklärte der Geretsrieder. Wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Sachbeschädigung forderte die Staatsanwältin dennoch jeweils die Verhängung eines dreiwöchigen Arrests und die Ableistung von 120 Sozialstunden. Jugendgerichtshelfer Andreas Dlugosch bat dagegen um ein milderes Urteil: „Es handelt sich hier um kindische Unruhestifter, die sich weigern, erwachsen zu werden“, befand er. Am Ende der sechsstündigen Verhandlung verurteilte Wäckerlin die beiden Geretsrieder jeweils zu einem zweiwöchigen Dauerarrest. Zudem müssen sie jeweils 40 Sozialstunden leisten und dürfen während der Bewährungszeit keinen Alkohol und keine Drogen mehr konsumieren. Peter Herrmann

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