„Das ist eine linke Tour“

Amtsgericht Wolfratshausen: 20-Jährige beschuldigt Bekannten als Dealer

Marihuana Knospen
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Marihuana Knospen: Per Gesetz können Ärzte Cannabis in pharmazeutischer Qualität schwerkranken Menschen in Ausnahmefällen verordnen.

Wolfratshausen – Wegen falscher Beschuldigung und dem unerlaubten Erwerb von Betäubungsmitteln (BTM), musste sich eine 20-jährige Wolfratshauserin jüngst vor dem Amtsgericht verantworten.

Von März bis August 2020 kaufte sie insgesamt sechsmal jeweils ein Gramm Marihuana zum Eigenkonsum und beschuldigte fälschlicherweise einen Bekannten als Dealer.

„Ich hatte zunächst Angst, den richtigen Namen des Verkäufers anzugeben“, behauptete die Angeklagte. Stattdessen nannte sie der Polizei die Adresse eines vorbestraften Bekannten. In einem späteren Verhör gab die 20-Jährige zu, gelogen zu haben. „Das ist eine linke Tour: Eine falsche Verdächtigung hätte böse Folgen für den jungen Mann gehabt“, ärgerte sich Jugendgerichtshelfer Andreas Dlugosch.

Drogenscreenings und Beratungsgespräche

Da sich die junge Frau mittlerweile von ihrem früheren Bekanntenkreis gelöst hat, keine Betäubungsmittel mehr konsumiert und die Caritas-Suchtberatung aufgesucht hat, fiel das Urteil von Richterin Friederike Kirschstein-Freund milde aus: Die Wolfratshauserin muss sich in den kommenden Monaten sechs Drogenscreenings unterziehen und weitere Beratungsgespräche vereinbaren. „Wenn die Maßnahmen erfolgreich verlaufen, wird auch das Verfahren wegen falscher Verdächtigung eingestellt“, versprach Richterin Kirschstein-Freund der jungen Angeklagten.

Peter Herrmann

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