Amtsgericht Wolfratshausen

3.600 Euro Geldstrafe für Kopfstoß

Bad Tölz – Weil er ein gegen ihn verhängtes Hausverbot in einer Gaststätte im Moraltpark nicht akzeptieren wollte, versetzte Jochen W. (Name geändert) dem Wirt einen Kopfstoß. Fast sieben Monate später musste sich der Tölzer vor dem Amtsgericht für seine Tat verantworten.

Mindestens sieben bis acht Bier will Jochen W. nach eigenen Angaben in der Vereinsgasstätte eines Tölzer Sportclubs konsumiert haben, ehe er um 2.30 Uhr ein Nachtlokal im Moraltpark aufsuchte. Der Türsteher verweigerte ihm den Einlass, weil der Wirt vor einer Woche ein Hausverbot gegen ihn ausgesprochen hatte. „Er hat damals in meinem Lokal ein Mädchen belästigt. Das musste ich ahnden“, begründete der 31-jährige Wirt seine Entscheidung. Dennoch stellte er sich am 8. April in der Nacht einem Gespräch mit dem Angeklagten. „Wir redeten ganz ruhig vor der Tür meines Lokals. Dann sprang er plötzlich mit dem Kopf nach vorne und versetzte mir einen Kopfstoß“, erinnerte sich der Lokalbesitzer. Da er noch einen Schritt zurückwich, zog sich der Wirt „nur“ eine Nasenprellung zu. Der befürchtete Bruch des Nasenbeins konnte im Krankenhaus nicht festgestellt werden. Jochen W., der nach seiner Tat von dem Türsteher festgehalten wurde, wies zur Tatzeit einen Alkoholwert von 2,5 Promille auf. „Ich bin erst gegen 14 Uhr am nächsten Tag mit Kopfschmerzen aufgewacht und konnte mich an nichts mehr erinnern“, beteuerte der Angeklagte. Der mittlerweile 30-Jährige Tölzer will erst von Bekannten und aus der Zeitung erfahren haben, was er in dieser Nacht angerichtet hatte. Obwohl er sich bei dem Wirt inzwischen entschuldigt hat und sogar sein Lokalverbot aufgehoben wurde, blieb ihm eine Geldstrafe nicht erspart. Richter Helmut Berger verurteilte Jochen W. wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 40 Euro – insgesamt 3.600 Euro. Peter Herrmann

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