Amtsgericht Wolfratshausen: Vorbestrafte Gaißacherin verurteilt

Gefängnis für Zigarettendiebin

Gaißach – Sie steckte in einem Tölzer Discounter Zigaretten im Wert von sechs Euro in ihre Jackentasche und wurde dabei von einem Ladendetektiv ertappt. Aufgrund einer noch laufenden Bewährung, die erst im April verhängt wurde, muss Elisabeth R. (Name geändert) nun für drei Monate hinter Gitter.

Vor dem Wolfratshauser Amtsgericht beteuerte die 44-jährige Gaißacherin, dass sie die Zigarettenschachtel unbewusst in ihre Jackentasche steckte: „Ich habe die anderen Einkaufswaren ordnungsgemäß aufs Band gelegt und wollte dann mit der Zigarettenschachtel in der Hand nach Geld in meiner Jackentasche suchen. Dabei ist mir das Päckchen wohl reingerutscht“. Ein Ladendetektiv sagte indes vor Gericht aus, dass sich Elisabeth R. vor der Tat bewusst noch einmal umgesehen hat. Staatsanwältin Kristina Karbach glaubte den Aussagen des Detektivs, zumal ihr für die Version der Angeklagten schlicht das Vorstellungsvermögen fehlte. „Um mit einer Zigarettenschachtel in der Hand einen Geldbeutel aus der Tasche zu ziehen, muss man wahrscheinlich der Zauber David Copperfield sein“, so Karbach. Da die Angeklagte zur Tatzeit am 2. Oktober wegen mehrerer vorhergehender Diebstähle unter offener Bewährung stand, plädierte die Staatsanwältin für die Verhängung einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten. Rechtsanwalt Johannes Daunderer erinnerte an die lange Medikamenten- und Drogenabhängigkeit seiner Mandantin, die nun aber überwunden sei. „Sie hat ihr Leben jetzt wieder verhältnismäßig gut im Griff. Der Diebstahl einer Zigarettenschachtel darf nicht der Grund sein, das Kartenhaus zusammenfallen zu lassen. Ich bitte um eine erneute Bewährung“, erklärte Daunderer. Richter Helmut Berger hielt dagegen eine Haftstrafe von drei Monaten für angemessen.

Peter Herrmann

Auch interessant

Kommentare