Amtsgericht Wolfratshausen: vorbestrafter Ismaninger muss 2.700 Euro Strafe zahlen

Ein Holzschwert zählt als Waffe

Justizia
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Symbolbild

Wolfratshausen – Polizeibeamten entdeckten bei einer gewöhnlichen Kontrolle ungewöhnliches im Kofferraum eines 55-jährigen Ismaningers - dort lag ein Holzschwert, das ihm nun teuer zu stehen kommt.

Der mehrfach wegen unerlaubtem Waffenbesitz vorbestraften Mann erhielt bereits vor diesem Fund einen behördlichen Bescheid, dass er keine Waffen mit sich führen darf. „Das Holzschwert dient nur zur Selbstverteidigung“, behauptet der Angeklagte.

Am 15. März diesen Jahres wollte der 55-Jährige aus Ismaning mit seinem Pick-up zu einem Aikido-Kampfsporttraining nach Aschheim bei München fahren. Die Polizei, die an der Abzweigung von der Schießstättstraße in die Äußere Sauerlacher Straße eigentlich nur die mit einem grünen Pfeil ausgestattete Abbiegespur kontrollieren wollte, entdeckte auf der Ladefläche seines Fahrzeugs außerdem den Stiel einer Axt. „Man kann auch mit einem Übungsschwert aus Holz sauber zuschlagen, deshalb handelt es sich um einen Verstoß gegen das Waffengesetz“, sagte ein Polizeibeamter vor Gericht aus. Aufgrund der einschlägigen Vorstrafen des Angeklagten forderte die Staatsanwältin eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 25 Euro – insgesamt 3.750 Euro.

Dieses Strafmaß schien Richter Helmut Berger zu hoch. Er verhängte 90 Tagessätze zu je 30 Euro, sodass der selbstständige Kaufmann nun 2.700 Euro zahlen muss. „Ein Übungsschwert fällt unter das Waffengesetz, auch wenn sie damit nur zum Training gefahren sind“, begründete Berger sein Urteil. Der Axtstiel spielte bei der Strafbemessung keine Rolle. ph

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