Amtsinhaber setzt sich durch

Klaus Heilinglechner setzt sich in Stichwahl gegen Herausforderer Günther Eibl durch

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Der Sicherheitsabstand blieb gewahrt: Der wiedergewählte Bürgermeister Klaus Heilinglechner und seine Frau Christine winkten den Pressefotografen aus dem Rathausfenster zu.

Wolfratshausen – Bis 19.51 Uhr musste sich Klaus Heilinglechner am Sonntagabend gedulden. Erst zu diesem Zeitpunkt stand sein Wahlsieg fest. Der 52-jährige Vertreter der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) bleibt für weitere sechs Jahre Bürgermeister der Stadt Wolfratshausen.

Insgesamt entschieden sich 55,71 Prozent der Wähler für Klaus Heilinglechner: Das sind exakt 4.900 Stimmen. Sein CSU-Herausforderer Günther Eibl kam auf 44,29 Prozent und damit auf 1.005 Stimmen weniger. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,94 Prozent. Es gab tatsächlich einige Wählerinnen und Wähler, die wenige Minuten vor dem Annahmeschluss um 18 Uhr noch ihre Wahlzettel für die Landrats- und Bürgermeisterstichwahlen in den eigens installierten Briefkasten in der Rathauspassage einwarfen. Danach machten sich die ehrenamtlichen Helfer an die Auszählung der 8.893 Stimmzettel und stellten fest, dass 98 ungültig (1,1 Prozent) waren. 

Aufgrund der Coronavirus-Ansteckungsgefahr trugen die Auszähler Mundschutz und Handschuhe. Auf eine öffentliche Präsentation der insgesamt zwölf Schnellmeldungen aus den jeweiligen Stimmbezirken wurde aus gegebenem Anlass verzichtet. Wahlleiter Martin Millian lud die Zwischenergebnisse auf der Homepage der Stadt hoch. Eine halbe Stunde vor der Bekanntgabe des offiziellen Endergebnisses verließ Stadtrat Dr. Hans Schmidt (Bündnis 90/Grüne) als einer der ersten das Rathaus. „Das ist gelaufen: Ein Rückstand von über 1.000 Stimmen ist nicht mehr aufzuholen“, wagte Schmidt eine Prognose. Er sollte Recht behalten. 

Um 20 Uhr winken Klaus Heilinglechner und seine Frau Christine aus dem Rathausfenster den beiden Pressevertretern zu. „Ich hatte mit einem engeren Ausgang der Stichwahl gerechnet“, räumte der Wahlsieger ein. Denn drei Tage vor der Wahl positionierten sich Vertreter der SPD und der Wolfratshauser Liste mit einer Großanzeige in einem kostenlosen Anzeigenblatt gegen eine Wiederwahl Heilinglechners. Vor diesem Hintergrund appellierte der Amtsinhaber nun an alle neugewählten Stadträte, „an einem Strang zu ziehen und die anstehenden Herausforderungen zu meistern“. Wie im Gelben Blatt berichtet, dürfte die Mehrheitsfindung in dem Gremium eher schwieriger werden. Denn mit der Wolfratshauser Liste und der FDP sind zwei neue politische Gruppierungen hinzugekommen. Bürgervereinigung, CSU und SPD haben Sitze eingebüßt, die Grünen ihr Sitzanzahl von bisher drei auf sechs verdoppelt.

Der gescheiterte Herausforderer Günther Eibl nahm seine Niederlage sportlich und gratulierte Heilinglechner per E-Mail. „Ich bin mit meinem Ergebnis zufrieden“, erklärte er. Der 55-Jährige sah ein, dass „Heilinglechners Amtsbonus in diesen Krisenzeiten“ nicht unterschätzt werden dürfe. Er beraumte eine Videokonferenz mit seinen CSU-Fraktionskollegen ein, um das weitere Vorgehen in den kommenden sechs Jahren zu besprechen. Peter Herrmann

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