Über Hobbies zur Berufung gefunden

Andreas Vogelmeier (49) ist neuer Dekan der katholischen Stadtkirche Geretsried

Ereignisreiches Leben: Andreas Vogelmeier freut sich auf seine neue Stelle im Dekanat Geretsried.
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Ereignisreiches Leben: Andreas Vogelmeier freut sich auf seine neue Stelle im Dekanat Geretsried. Dort hat er die Stelle von Interims-Pfarrer Stefan Scheifele übernommen.

Geretsried – Andreas Vogelmeier ist ab 1. Februar Geretsrieds neuer katholischer Stadtpfarrer. Im Auftrag der Erzdiözese München und Freising hat er sich bewusst für die Stadt entschieden.

Leidenschaft und sein Bauchgefühl haben den Priester gesagt: „Ich passe hierher“, berichtet er im Gespräch über seinen Werdegang.

Das für Andreas Vogelmeier alles so eingetreten ist, wie es heute ist, kann wohl ein wenig als göttliche Fügung betrachtet werden. Jetzt kann der 49-Jährige nämlich seine zahlreichen Hobbys in seinem Beruf als Leiter der katholischen Stadtpfarrkirche in Geretsried vereinen. Vorweggenommen, spielt dabei die Nähe zur staatlichen Feuerwehrschule sowie der Berge eine ausschlaggebende Rolle dafür.

Vogelmeier ist gerade beim Ausmisten. Dafür habe er nun endlich Zeit. „Seit gut 15 Jahren wandern zahlreiche Kisten von einem Keller zum anderen“, berichtet er schmunzelnd. Der Grund ist nicht mangelnder Platz, sondern die vielen Stationen quer durchs Land, die der Pfarrer in seinem Lebenslauf bereits auflisten kann.

Zuletzt war Vogelmeier als Militärdekan am Fliegerhorst und der Offiziersschule in Fürstenfeldbruck stationiert. Davor zwei Jahre in Bad Reichenhall, bei den Gebirgsjägern und er arbeitete auch in Stetten am kalten Markt (Baden-Württemberg) sowie in den Gemeinden Mittenwald, Krauchenwies am Bodensee und der Stadt Waldkraiburg. Insbesondere die Seelsorge der Soldaten prägen Vogelmeiers Rückblick auf sein Leben an den verschiedenen Orten seines Wirkens.

Belastende, aber auch schöne Erlebnisse im Ausland prägten

Afghanistan, Kosovo und Irak: Vogelmeier war dabei, als stationierte Soldaten auf den Kriegsschauplätzen der Welt täglich gefährlichen Einsätzen ausgesetzt waren. Und die teils belastenden Ereignisse und Betreuungen haben auch ihn geprägt. „Noch näher am Menschen dran sein, als im Auslandseinsatz geht nicht“, betont der Seelsorger. So habe er alles mit seinen Kameraden geteilt: „Heimweh, Hitze und Staub. Die Gefahr und die Angst.“ Aber es gab auch schöne Momente, wie Vogelmeier erzählt: Die Kameradschaft untereinander habe alle zusammengeschweißt. Und er vollzog auch Taufen, Hochzeiten und Feldgottesdienste.

Szenenwechsel: Vogelmeier steht am Anfang seiner beruflichen Laufbahn, ist ein junger Mann. „Ich war ursprünglich Musiker“, erzählt er. Hat in München und Berlin an den jeweiligen Hochschulen das musikalische Handwerk gelernt. Trompete und Klavier waren seine beiden Instrumente, für die er wohl Talent bewies. „Ich war ein Jahr als Trompeter an der Staatsoper in Hamburg.“

Doch Vogelmeiers Weg sollte ein anderer werden, nicht der des Orchestermusikers. „Durch den viele Begegnungen mit Menschen ist die Faszination gewachsen, Pfarrer zu werden.“ Vogelmeier begann in Lantershofen (Rheinland-Pfalz) das Studium auf dem dritten Bildungsweg. 2005 wurde er dann in München zum Priester geweiht.

Doch wenn Vogelmeier ehrlich ist, waren es eigentlich mehr Berufswünsche, die er als junger Mann hegte. So hatte er auch das Ziel Feuerwehrmann, Polizist, Soldat und Rettungssanitäter zu werden. Und das habe eigentlich auch geklappt: „Ich kann alles in meinen Beruf als Pfarrer vereinigen“, sagt er heute rückblickend. So war Vogelmeier neben seiner Laufbahn beim Militär auch für die Feuerwehrseelsorge zuständig, ist aktiv bei Einsätzen in seinen Pfarreisgemeinden mit dabei gewesen. „Ich kenne das Arbeitsfeld der Kameraden gut.“

Und so schließt sich der Kreis: Vogelmeier könnte sich gut vorstellen, an der Landesfeuerwehrschule in Geretsried mitzumachen. „Wenn ich willkommen bin, bin ich dabei“, verspricht er. Auch sei er leidenschaftlicher Motorradfahrer, ein Hobby für dass sich das Oberland mit seinen weitläufigen Land- und Bergstraßen anbietet.

Und was macht der Priester, wenn er mal Zeit hat? Dann schraubt er gerne an seiner Modelleisenbahn herum – das Arbeiten mit den Händen sei ein Ausgleich zur geistigen Tätigkeit. „Das ist ein typisches Pfarrerhobby“, viele seiner Kollegen hätten eine Mini-Eisenbahn im Keller stehen. Vogelmeier wird seine dort aber nicht aufstellen, sondern oben in seiner neuen Dienstwohnung im Pfarrzentrum Heilige Familie. Platz genug hat er jetzt dafür, den seine Kisten, die er seit Jahren von Umzug zu Umzug mitgeschleppt hat, sind bereits alle ausgepackt. Daniel Wegscheider

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