Wüstefeld von der Tölzer Land Tourismus spricht über Gästewerbung & Co.

Gästewerbung: Flexibilität ist gefragt

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„Stammgäste erwarten ein persönliches Feedback“: Andreas Wüstefeld von der Tölzer Land Tourismus.

Bad Tölz – Dass die Hälfte der Werbung hinausgeschmissenes Geld ist, mutmaßte schon Autopionier Henry Ford und auch den Marketingfachleuten geht es heute nicht viel besser.

So konnte Margot Kirste (FWG) am Dienstag in der jüngsten Sitzung des Stadtrates „auf die Königsfrage“ keine eindeutige Antwort von Andreas Wüstefeld von der Tölzer Land Tourismus (TLT) bekommen, als sie nämlich wissen wollte, welche Gästewerbung „am effektivsten“ sei. Wüstefeld, dem man im Rahmen der Sitzung Gelegenheit gegeben hatte, die im Landratsamt beheimatete Tourismusorganisation vorzustellen, räumte ein, dass die früher ganz im Vordergrund stehende „Messepräsenz“ nur noch rund zehn Prozent Wirkung zeige. „Ganz lassen kann man es aber auch nicht“, meinte er, denn „die Stammgäste erwarten das und für uns ist das persönliche Feedback eine gute Informationsquelle“. Die Mehrzahl der Gäste im Tölzer Land würden sich über das Internet informieren – und hier in erster Linie mit Kartendarstellungen, wie man das von Google-Earth gewöhnt sei. Wüstefeld: „Trotzdem kann man nicht ganz auf Papier verzichten“ und so werden nach wie vor Prospekte von der TLT oder der Tourist Info in Bad Tölz und aus anderen Landkreis-Orten an die Interessenten vorwiegend in den Postleitzahlenbereichen 6, 7, 8 und 9 verschickt. Von den 1,5 Millionen Übernachtungen im Landkreis entfallen allein 400.000 auf Bad Tölz, aber schon mit je 220.000 folgen Kochel/Walchensee und Lenggries. Dies veranlasste Margot Kirste, selbst aus Kochel stammend, zu der Frage über die Attraktivität teurer Hotels – wie man sie derzeit in Bad Tölz anstrebt. „Die gibt es in Kochel doch auch nicht“ meinte sie, worauf Wüstefeld zu bedenken gab, dass man mit einem Luxushotel durchaus noch mehr Gäste anziehen könnte. Internationale Hotelketten könnten ausländische Gäste locken, die man mit vertretbarem finanziellen Aufwand nie erreichen würde. Sepp Gerg (CSU) gab zu bedenken, dass sich das Reiseverhalten der Menschen stark verändert habe, statt drei Wochen komme man nur drei Tage. Dies konnte Wüstefeld nur bestätigen, hier sei Flexibilität vom Vermieter gefragt. Sei das Haus zwischen Montag und Freitag leer, könne man beispielsweise Radtouristen aufnehmen. Im Frühjahr hatte es verschiedentlich Kritik an der TLT, am Standort und am Buchungssystem sowie an der Aufgabenstellung gegeben. Inzwischen haben sich die Gemüter wieder beruhigt, einer räumlichen Veränderung – die TLT ist auf der Flinthöhe angesiedelt – erteilte aber Wüstefeld im Verein mit Brita Hohenreiter von der Tölzer Tourist Information (TI) eine Absage. Wüstefeld: „Wir haben keinen direkten Kundenverkehr – der Sitz im Landratsamt ist sogar ideal für uns, da damit viele Probleme auf dem kleinen Dienstweg geklärt werden können.“ Man sei für das Tourismus-Marketing der insgesamt 21 Landkreis-Gemeinden zuständig, ein „räumliches Zusammenspiel mit dem Gast oder den jeweiligen TIs vor Ort ist nicht so wichtig“.

bo

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