Auszeichnung für „Herzliche Dienstleistungen“

Anerkennungspreis für den Aktiv Edeka-Markt Greif sowie für Meiers Familienbäckerei

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Landrat Josef Niedermeier (li.) überreichte die Anerkennungspreise (v.li.): Ulrike Geigl (Aktiv Markt Graf, Münsing), Laudatorin Mechthild Felsch, Jasmin und Florian Meier mit Laudator Bürgermeister Ernst Dieckmann.

Bad Tölz – Tradition wird groß geschrieben, bei den zwei Betrieben, die heuer im Rahmen des Landkreis-Wirtschaftsempfangs mit dem sogenannten Anerkennungspreis ausgezeichnet wurden. Als Vorbild für funktionierende dörfliche Nahversorgung nahm Inhaberin Ulrike Geigl für den Münsinger Edeka Aktiv Markt Graf, gemeinhin nur als „Kellerer“ bekannt, die Auszeichnung entgegen. Nämliches gilt auch für „Meier’s Familienbäckerei“, die Florian Meier mit seiner Lebensgefährtin Jasmin im Jahr 2010 in Reichersbeurern wieder erweckt und zur einer florierenden Schau-Erlebnis-Bäckerei umgewandelt hat.

„Beim Kellerer kriegt man alles“, zitierte Ulrike Geigl das geflügelte Wort, das den 1920 gegründeten Dorfladen am besten beschreibt: „Früher gab’s bei uns auch noch Viehketten und Kalblstrick“, bestätigte die heutige Inhaberin, ihr Geschäft, das am Münsinger Dorfplatz von Maria und Ludwig Kellerer gegründet worden war. In all den Jahrzehnten richtete sich das Sortiment nach dem Bedarf im Dorf aus. Heute werden dort auf rund 400 Quadratmetern Lebensmittel, Obst, Gemüse, Kurzwaren, Schulbedarf und vieles mehr angeboten. Damit hat sich die Geschäftsidee in dem Familienbetrieb auch in der nunmehr vierten Generation erhalten und bewährt.

Singend, nach der Titelmelodie der Augsburger Puppenkiste, pries Kreisrätin Mechthild Felsch als Laudatorin die Leistung des „Kellerer-Teams“ an: „Damit möchte ich zahlreiche Kindheitserinnerungen wecken, als dort die Süßigkeiten noch auf der Ladentheke standen.“ Dabei verwies sie auf das große soziale Engagement des Münsinger „Treffpunkts für Jung und Alt“ hin. Hier gebe es keinen Konkurrenzkampf, denn Kaffee gibt’s beim Bäcker nebenan, auch werde weitgehend auf ein Getränkeangebot verzichtet, da der Getränkemarkt gleich daneben platziert ist. Kundenfreundlichkeit und das Eingehen auf deren Wünsche zeichnen das Geschäft seit jeher aus. Freilich bedankte sich auch Ulrike Geigl bei der Gemeinde, da die stets die Ansiedlung eines Supermarkts auf der grünen Wiese verhindert und so das „Überleben des Kellerers“ gesichert habe.

Der Reichersbeurer Bürgermeister Ernst Dieckmann hielt nicht nur die Laudatio auf „Meier’s Familienbäckerei“, er zähle auch selbst zu den Kunden des Handwerks-Betriebs: „Die Menschen erleben hier Herzlichkeit, Dienstleistung, die von Herzen kommt.“ So lobte er den „sozialen Treffpunkt im Dorf“, mit seinem reichhaltigen Angebot als Basis für gesunde Ernährung. Es würden hochwertige Rohstoffe aus der Region eingesetzt, es würde umweltschonend gearbeitet, auf Maschinen verzichtet und „viel Wert auf traditionelle Handarbeit gelegt.“ Darüber hinaus hob der Rathaus-Chef die gute Versorgung der Bevölkerung vor Ort hervor, „vor allem für unsere älteren Bürger“. Außerdem würde die Bäckerei mit ihren 15 Arbeitsplätzen vielen jungen Müttern die Möglichkeit bieten, in Teilzeit zu arbeiten. In dem Handwerksbetrieb hilft die ganze Familie Meier mit, wobei dort so gut wie nichts verkauft wird, was nicht auch dort produziert worden ist. Florian Meier: „Ohne meine guten Mitarbeiter würde ich heute nicht hier stehen.“ ejs

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