„Wir nehmen jeden auf“

Angebot des Tölzer Caritas-Zentrum: Begegnungsstätte für Suchtkranke

Das Team aus Sozialpädagogen hinter der Begegnungsstätte (v.l.): Friederike Hüttner, Jakob Arendt, Melanie Starke, Katharina Schmid und Benno Zorawski
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Das Team aus Sozialpädagogen hinter der Begegnungsstätte (v.l.): Friederike Hüttner, Jakob Arendt, Melanie Starke, Katharina Schmid und Benno Zorawski.
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    VonViktoria Gray
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Bad Tölz/Landkreis - „Auszeit“ ist eine Anlaufstelle für Suchtkranke jeglicher Art. Das Angebot reicht von Therapien bis hin zur Wohnungsvermittlung.

Eigentlich gibt es die Kontakt- und Begegnungsstätte „Auszeit“ (kurz „KuBa“) für Suchtkranke schon seit November vergangenen Jahres. Aufgrund der Pandemie startet das Angebot erst jetzt so richtig. In der Einrichtung können sich Suchtkranke austauschen und ein Netzwerk aufbauen. Zudem erhalten sie professionelle Hilfe in den verschiedensten Bereichen.

Im KuBa kostenlos Wäsche waschen

Die Begegnungsstätte für Suchtkranke befindet sich im Caritas-Zentrum in Bad Tölz (Klosterweg 2/Seiteneingang 1. Stock). Neben einem Kreativ-, Computer- und Leseraum gibt es auch ein Badezimmer, in dem Betroffene (mit Voranmeldung) kostenlos duschen oder ihre Wäsche waschen können. „Auch den Garten im Hinterhof dürfen wir mitbenutzen“, erklärte die Einrichtungsleiterin und Sozialpädagogin Friederike Hüttner. Besonders gefreut hat sich Hüttner aber über die neue und frisch eingebaute Küche. In dieser wird es zukünftig Kochaktionen mit den Besuchern geben.

Das Angebot der KuBa ist groß: es reicht von Beratungen und Weitervermittlungen bis hin zur Hilfe bei der Wohnungssuche. Daneben können sich Betroffene kreativ ausleben. „Auch handwerkliche Arbeiten sind möglich. Wir können die Werkstatt des Caritas Zentrum mitbenutzen“, erklärte Benno Zorawski, Zimmermann und Arbeitspädagoge in der Einrichtung. Zudem gebe es keine „Abstinenzpflicht“, wie die Sozialpädagogin Katharina Schmid betonte. Das Konsumieren von Suchtmitteln vor Ort sei zwar verboten, wenn aber etwa „jemand betrunken kommt, ist das kein Problem“. „Wir bieten hier eine erste Anlaufstelle. Hier kann man sehen, ob neben der Tagesstrukturierung weitere Hilfen gebraucht werden“, so Hüttner.

Anlaufstelle für alle Suchtarten

Die Begegnungsstätte in Bad Tölz ist laut Hüttner vorerst die einzige im Tölzer Landkreis. In Planung sei daher ein Fahrdienst, der sich durch Spenden finanziert. „Für Leute aus dem Nordlandkreis“, sagte die Sozialpädagogin Melanie Starke. Diese könnten demnach den Fahrdienst nutzen, um nach Bad Tölz zu gelangen.

Mittlerweile hätte sich schon ein kleiner Stammkunden-Kreis gebildet. Es gibt Wanderungen, Spaziergänge und Spielenachmittage. „Wir nehmen hier jeden auf.“ Alle Suchtarten, seien es Medikamenten-, Alkohol-, Drogen- oder Essstörungen sind willkommen und können dementsprechende Betreuung erwarten. Wer eine Therapie machen möchte, bekommt diese zudem vermittelt. Vorrangig würde das Problem mit der Alkoholsucht auftreten, aber auch „Ex-Junkies“ seien schon da gewesen. Wenn es die Corona-Auflagen im Herbst zulassen, wird es eine offizielle Einweihungsfeier geben. Die Einrichtung wird von der Fachambulanz für Suchtkranke der Caritas betrieben und aus Mitteln des Bezirks Oberbayern gefördert.

Die Kontakt- und Begegnungsstätte hat immer dienstags und donnerstags von 9 bis 16 Uhr sowie mittwochs von 12 bis 15 Uhr geöffnet. Telefonisch ist die Fachstelle unter der Woche von 8 bis 16 Uhr unter der Tel: 08041/79316-140 oder per E-Mail (KUBA-badtoelz@caritasmuenchen.de) zu erreichen.

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