Anwohner erwägen Petition

Die Anwohner des Tauern- und Glocknerwegs fühlten sich beim Betrachten der Baupläne in ihren Ängsten bestätigt. Foto: Herrmann

Das Bauvorhaben einer Wohnanlage mit 38 Wohneinheiten am Tauernweg (wir berichteten) erregt weiterhin den Unmut der Anwohner. Bei einer Informationsveranstaltung in der Gaststätte Isarwinkel wurden Baupläne ausgelegt, die die schlimmsten Befürchtungen der dort lebenden Menschen zu bestätigen scheinen.

Bereits vor dem Treffen in der Gaststätte Isarwinkel wurde dem Bauamt eine Liste mit 76 Unterschriften von Anwohnern des Tauern- und Glocknerweges übergeben, die mit der geplanten Nachverdichtung in ihrem Wohnviertel nicht einverstanden sind. Die Firma Immofit beabsichtigt, auf einem 5.800 Quadratmeter großen Areal fünf Baukörper mit insgesamt 38 Wohnungen, 34 Stellplätzen in der Tiefgarage und 24 oberirdischen Parkgelegenheit zu errichten. „Allein die Fassade ist 52 Meter lang“, gibt Rolf Krautscheider zu bedenken. Als Anwohner des Glocknerweges ist er direkt betroffen und hat neben der Unterschriftenliste auch das Informationstreffen mit der Auslegung der Baupläne organisiert. „Die Unterschriftenliste wird mit den Unterlagen des Bauamtes Geretsried ans Landratsamt für die nächste Genehmigungsstufe weitergeleitet“, erklärte Krautschneider. Doch dieser Schritt reicht den 22 Besuchern in der Gaststätte Isarwinkel nicht. Sie wollen eine Petition verfassen, die nach der Sommerpause dem Bayerischen Landtag übergeben werden soll. Anwohner des Geretsrieder Erlenwegs – dort ist ebenfalls eine massive Nachverdichtung geplant – haben sich bereits mit den Betroffenen im Tauernweg solidarisiert. „Diese Bauvorhaben nehmen in Geretsried zu. Wir sind nicht die einzigen, die darunter leiden“, ist sich Krautschneider sicher. Das sieht auch Ulrich Gottschalk so. Er glaubt, dass sich allein in Geretsried weit über 500 Bürger gegen die allgemeine Nachverdichtung mobilisieren lassen. SPD-Ortsvorsitzender Wolfgang Werner nimmt die Proteste ebenfalls ernst und will die Tauernweg-Anwohner beim nächsten SPD-Stadtgespräch an diesem Sonntag zu Wort kommen lassen. „Im Stadtrat werde ich aber vorsichtiger agieren als dies bei meinem Protest gegen die ,Fasanenhof‘- und Erlenweg-Projekte der Fall war“, verriet der SPD-Stadtrat auf Nachfrage des Gelben Blattes. Damals stieß Werners Forderung, die beiden Bauprojekte vorerst zurückzustellen, auf wenig Zustimmung im Gremium.

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