Anwohner „Am Schuss“ wünschen keine Verkehrsfreigabe für Pkw

Bürgerprotest gegen Brückenöffnung

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Wird die für den Autoverkehr gesperrte Brücke über das Bahngleis nun doch nicht für den Autoverkehr freigegeben? 326 Anlieger jedenfalls fordern dies in einem Bürgerantrag.

Bad Tölz – Die Mitglieder des Bad Tölzer Stadtentwicklungsausschusses hatten geglaubt, den Anliegern in der Straße Am Schuss und den umliegenden Straßen einen Gefallen zu tun, als sie in der Dezembersitzung beschlossen, die marode und für den Autoverkehr gesperrte Brücke über das Bahngleis mit einem Kostenaufwand von 500.000 Euro zu erneuern und wieder als offene Straße zu deklarieren.

Nur Bürgermeister Josef Janker hatte seinerzeit dagegen votiert. Nun scheint Janker recht zu bekommen. Während ein Planungsbüro bereits an der Erneuerung der Brücke arbeitet, ist im Rathaus ein von 326 Anliegern unterzeichneter Bürgerantrag eingegangen mit der Forderung, die Sperrung der Bahnbrücke zur Gaißacher Straße für den Kfz-Verkehr beizubehalten. Gegen die Renovierung oder den Neubau steht nichts im Schreiben. Der Ausschuss hatte nun in seiner jüngsten Zusammenkunft nur die Aufgabe, die Rechtmäßigkeit des Bürgerantrags festzustellen, was auch einstimmig erfolgte. Wie es nun mit der Brücke weitergehen soll, steht noch nicht fest. Formell gilt noch der Beschluss vom Dezember für einen Neubau. Warum die Anlieger des Wohngebiets gegen die Öffnung der Brücke sind, war dem Antrag nicht zu entnehmen. Janker hatte im Dezember „nicht ganz ausschließen können“, dass die Anlieger zu Ausbaubeiträgen herangezogen werden. Die Diskussion über die Zukunft des Bauwerks ist nicht neu. 1994 ist die Brücke kraft Bundesgesetz von der Bahn in den Besitz der Stadt übergegangen. Damit begann der Ärger für die Tölzer, denn das Bauwerk war damals schon marode und musste immer wieder durch Drahtgitter gegen herabfallende Betonteile gesichert werden. Gleichzeitig wurde der Übergang für Autos gesperrt und nur noch für Fußgänger und Radfahrer freigegeben. Im Rahmen der Vorschläge aus dem Verkehrsentwicklungsplans hatte der Ausschuss vor drei Monaten einem fraktionsübergreifenden Antrag aufgegriffen, weil man sich auch eine Umfahrung der Sachsenkamer Straße bei einer eventuellen Sperrung dieser über diese Brücke vorstellen konnte. Aus Reihen der Anlieger wurden seinerzeit schon Befürchtungen laut, die Brücke könne zu einer Abkürzung von der Sachsenkamer Straße zur Lenggrieser Straße werden und das Wohngebiet durch neue Verkehrsströme belasten. Die Stadt will das aber in jedem Fall verhindern und die Brücke wie bisher nur einspurig ausbauen. Wolfgang Breitwieser

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