„Wir wollen kein zweites Ischgel“

Landtagspräsidentin Ilse Aigner besucht Bergwachtzentrum und Wasserwacht

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Landtagspräsidentin Ilse Aigner (l.) lässt sich von alpinen Rettern im Tölzer Bergwacht-Zentrum  Einsätze in Zeiten von Corona erklären und zeigen. 

Landkreis/Bad Tölz – Pfingstferien zu Corona-Zeiten: heuer bedeutet das für viele Urlaub in Bayern. Und damit auch eine große Herausforderung für die ehrenamtlichen Helfer von Wasser- und Bergwacht. Landtagspräsidenten Ilse Aigner informierte sich nun bei der Wasserrettungswacht Schwaiblbach am Starnberger See in Münsing sowie im Bergwacht-Zentrum Bad Tölz für Sicherheit und Ausbildung über Rettungsvorbereitungen für vermehrte Einsätze an Feiertagen und zur Urlaubszeit.

Ilse Aigner kennt die Belange der Retter. Sie war von 2001 bis 2009 Landesvorsitzende der BRK-Wasserwacht und ist zudem als Bayerische Landtagspräsidentin dem regionalen Ehrenamtlern eng verbunden. Bei ihrem Besuch im Landkreis appellierte sie: „Helfen wir alle, damit ehrenamtliche Retter nicht an ihre Grenzen stoßen.“

Vergangenes Wochenende schaute Aigner zuerst bei der Wasserwacht in Münsing vorbei, danach ging ihre Reise weiter zum Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung (ZSA) nach Bad Tölz. Dort zeigten die alpinen Bergretter neben Aigner, auch Tölz‘ Bürgermeisters Ingo Mehner sowie CSU-Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber was im ZSA alles möglich ist: So stellte ein Team die Rettung eines Mannes aus einem Klettersteig nach. Besonders wichtig sind bei Rettungseinsätzen derzeit die Hygiene-Vorschriften. Deshalb tragen alle Bergretter auch Handschuhe, eine Schutzbrille sowie eine FFP2-Schutzmaske, wenn sie beim Patienten sind.

„Diese Ferien fordern uns alle heraus“, betonte Aigner und weiter: „Wir müssen Rücksicht aufeinander nehmen, Hygiene- und Abstandsregeln einhalten. Aber wir müssen auch vorsichtig sein. Wir sollten uns nicht beim Bergwandern überschätzen und höchste Vorsicht walten lassen an den noch kalten Badeseen“, so die Landtagspräsidentin.

Insbesondere ein durch Leichtsinn ausgelöster Einsatz werde in der Corona-Pandemie zu einem zusätzlichen Risiko für die ehrenamtlichen Retter: Kommen sie bei einem Einsatz mit dem Virus in Kontakt, müssen sie in zweiwöchige Quarantäne und reißen Lücken in weitere Dienst- und Einsatzpläne. „Wir sollten immer daran denken, was auch durch unbeabsichtigte Leichtfertigkeit ausgelöst werden kann“, sagte die Landtagspräsidentin, die dabei besonders die Verantwortung betont: „Wir wollen kein zweites Ischgl werden. Wir wollen so viel Freiheit und so viel Sicherheit wie möglich.“

Auch um den Urlauberstrom etwas zu entzerren, bewarb Aigner auch andere Feriendomizile außerhalb von Oberbayern und dem Allgäu: „Wir haben doch jetzt die Chance, ganz Bayern zu erkunden. Das fränkische Wein- oder Seenland, den Spessart, die Oberpfalz, den Bayrischen Wald, das Altmühltal oder die Romantische Straße – um nur einige Ziele zu nennen. Wir müssen ja nicht alle gleichzeitig auf denselben Berg kraxeln oder in denselben See springen.“  dwe


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