Notfälle verhindern: Rettungswesen und Krankenhäuser entlaste

DAV appelliert: Keine Bergtouren, aber in Bewegung bleiben

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Symbolbild: Um Notfälle zu verhindern, bittet der DAV insbesondere während der Ostertage, nicht auf die Berge zu gehen. 

Landkreis - Für die Osterfeiertage ist in Deutschland vielerorts gutes Wetter vorausgesagt. In normalen Zeiten würde der Deutsche Alpenverein Tipps und Infos rund um den Bergsport herausgeben. Angesichts der Corona-Krise appellierte der Deutsche Alpenverein (DAV) bereits vor einigen Wochen eindringlich, keine Bergtouren zu unternehmen.

Für die kommenden Osterfeiertage weist der DAV nochmals auf seinen Appell hin, keine Bergtouren zu unternehmen. Es geht dabei sowohl um Bergtouren in den Bayerischen Alpen, als auch um Wanderungen in den deutschen Mittelgebirgen oder Kletterausflüge am Fels. In Bewegung zu bleiben ist laut DAV natürlich wichtig, doch dabei sollte man sich an die Kontaktbeschränkungen halten und im näheren Umfeld des Aufenthaltsortes bleiben – auf jeden Fall nirgends hingehen, wo eine Verletzung einen schwierigen Abtransport erfordern würde. Als Alternative empfiehl der DAV etwa eine Joggingrunde im Wald um die Ecke, ein Spaziergang im Park oder die virtuelle DAV-Ostereiersuche (ab 10.4. auf www.alpenverein.de).

„Gemeinsam können wir ein Zeichen setzen und einen Beitrag leisten für eine Lockerung der aktuell geltenden Bestimmungen und damit für eine Rückkehr zur Normalität“, appelliert DAV-Präsident Josef Klenner: „Bitte gehen Sie in der momentanen Situation nicht in die Berge!“ Es gehe darum, so Klenner weiter, alpine Notfälle zu verhindern und dadurch sowohl das Rettungswesen als auch die Krankenhäuser zu entlasten. Mit Blick auf die Situation an zurückliegenden schönen Tagen nennt er einen weiteren Grund für seinen Appell: „Besonders beliebte Wanderziele können so stark frequentiert sein, dass auch ein Infektionsrisiko besteht.“

Das Rettungs- und Gesundheitssystem entlasten

Bergsport ist gesund, Unfälle und Notfälle sind auf einzelne Aktive gerechnet sehr selten. Wo viele Menschen unterwegs sind, sieht das aber ganz anders aus: An schönen Wochenende im Frühjahr sind 40 Einsätze und mehr für die Bergwacht in den Bayerischen Alpen keine Seltenheit. Normalerweise sind solche Einsatzzahlen zu bewältigen, in Zeiten von Corona aber kaum. Zum einen ist der Aufwand pro Rettung wegen der Pflicht zum Einsatz von Infektionsschutz-Ausrüstung erheblich größer. Zum anderen können einzelne Covid-19-Infizierte ganze Rettungsteams in Quarantäne zwingen. Diese beiden Aspekte zeigen: Das alpine Rettungssystem steht in Corona-Zeiten bereits bei wenigen Einsätzen erheblich unter Druck. Hinzu kommt die zusätzliche Belastung der Krankenhäuser. Es ist eine Frage der gesellschaftlichen Solidarität, ob Freizeitunfälle in Krisenzeiten die Belastung des Gesundheitssystems erhöhen sollten. red

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