Arbeitskreis macht Druck

ADFC-Mitglieder fordern zügige Verbesserungen des Radwegenetzes

+
Engpässe durch Baustellen: Josefine Hopfes vom ADFC-Kreisvorstand zeigte bereits bei einer Pressetour im Mai die Hindernisse für Geretsrieder Radfahrer auf.

Geretsried – Im Januar fasste der Stadtrat den Beschluss, die Mitgliedschaft für die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern“ (AGFK) zu beantragen und ein neues Radverkehrskonzept zu erstellen. Geschehen ist bisher – auch aufgrund der Corona-Pandemie – wenig. Nun macht der neu formierte „Arbeitskreis Fahrrad Geretsried“ Druck.

Zum ersten Treffen des Arbeitskreises kamen auch der Bundestagsabgeordnete Andreas Wagner (Die Linke) sowie die beiden Stadträten Martina Raschke (Grüne) und Hans Hopfner (SPD) in die Ratsstuben. Vorstandsmitglied Birgit Sachers räumte zunächst ein, dass der Ausbau des Radwegenetzes im Landkreis vorangetrieben wird.

Brennpunkt: Geretsried

„In Geretsried gibt es jedoch noch einige Brennpunkte und Schwachstellen“, konstatierte sie. Wo diese sind, zeigte Vorstandsmitglied Josefine Hopfes einem Vertreter unserer Zeitung bereits bei einer Exkursion im Mai. Ihr Hauptaugenmerk liegt nach wie vor der für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen gefährlichen Querung an B11-Einfahrt Geretsried-Nord/Blumenstraße.

SPD-Stadtrat Hans Hopfner erneuerte in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einer Unterführung. „Das muss nicht die Formel-1-Lösung sein: Eine einfache Röhre würde schon genügen“, sagte er. Dass das Straßenbauamt in Weilheim diesen Untertunnelungswünschen bisher reserviert gegenübersteht, kann er nicht nachvollziehen. „Das Straßenbauamt scheut den erhöhten Arbeitsaufwand: Der Autoverkehr scheint hier leider Priorität zu haben“, bedauerte er.

Ruhiges Zentrum

Dagegen lobten Stadträtin Martina Raschke und Hopfner die Zentrumsumgestaltung in der Neuen Mitte. „Dort entsteht eine verkehrsberuhigte Zone, in der Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer gleichberechtigt sind“, sagte Hopfner.

Bundestagsabgeordneter Andreas Wagner befürwortet dennoch eine Radspur auf der Egerlandstraße. Denn nicht alle Schüler nützen den parallel verlaufenden Radweg neben der B11. Arbeitskreisteilnehmerin Lena Gneist empfahl Pop-Up-Bike-Lanes. Die Errichtung dieser temporären Radspuren, die baulich zum Beispiel durch Blumenkübel, Sprühkreide oder Verkehrshütchen vom Rest des Verkehrs abgegrenzt werden, hält sie an der viel befahrenen Sudetenstraße für sinnvoll.

1,4 Millionen an Fördergeldern

Wagner wünscht sich zudem einen städtischen Radverkehrsbeauftragten als Ansprechpartner. Dass man in der Nachbarstadt Wolfratshausen damit gute Erfahrungen gemacht hat, wusste Werner Grimmeiß zu berichten. Die dortige Bauamtsleiterin Susanne Leonhard habe schon viel zur Verbesserung des Radverkehrs beigetragen. Grimmeiß erinnerte zudem daran, dass der Freistaat bis zum Jahr 2023 kommunale Radverkehrsmaßnahmen durch ein 1,45 Milliarden schweres Förderungspaket unterstützt. „Das Geld ist da, es muss nur angefordert werden“, so das ADFC-Mitglied. Peter Herrmann

Auch interessant

Meistgelesen

33-jähriger Geretsrieder wird angeblich von Jugendlichen geschlagen und getreten
33-jähriger Geretsrieder wird angeblich von Jugendlichen geschlagen und getreten
Grünen-Ortsverband von abgelehnten Anträgen nicht entmutigt – Kaum Besucher
Grünen-Ortsverband von abgelehnten Anträgen nicht entmutigt – Kaum Besucher
Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit veranstaltet „14. Integrationsforum: Arbeit ist Menschenrecht?!“
Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit veranstaltet „14. Integrationsforum: Arbeit ist Menschenrecht?!“
Digital-Premiere für die IHK Ausbildungsscouts: Wolfratshauser Realschüler dabei
Digital-Premiere für die IHK Ausbildungsscouts: Wolfratshauser Realschüler dabei

Kommentare