Mit großem Aufzug

Architekt Kehrbaum stellt aktuelle Pläne für Rathausumbau vor

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Der Umbau des Rathauses soll im Oktober 2019 abgeschlossen sein.

Geretsried – Die Anbindung des Rathauses an die geplante Tiefgarage ist längst vollzogen. Nun sind auch die Planungen zum Einbau einer Aufzugsanlage vorangeschritten. Architekt Klaus Kehrbaum brachte die Stadträte jüngst auf den aktuellen Stand.

Momentan können in ihrer Mobilität eingeschränkte Rathaus-Besucher über einen Treppenlift ins Obergeschoss gelangen. Diese mitunter etwas umständliche Lösung soll bald der Vergangenheit angehören. Denn die neue Aufzugsanlage soll vom Keller über das Erdgeschoss bis hinauf zum großen Sitzungssaal führen. Da der Aufzug keine Über- und Unterfahrt habe, muss weder in das Grundwasser noch in den Dachaufbau des denkmalgeschützten Gebäudes eingegriffen werden. Um ausreichend Platz – zum Beispiel für einen Rollstuhlfahrer oder einen kleinen Kinderwagen – zu haben, entschied sich der Stadtrat jetzt für die größere und etwas kostspieligere Variante von zwei Möglichkeiten. Demnach wird der Aufzug nun 245.722 Euro kosten. „Wir wollen eine vernünftige barrierefreie Erschließung. Das sollte es uns das Geld wert sein“, befand Bürgermeister Michael Müller. In dem denkmalgeschützten Rathaus, in dem während des Zweiten Weltkriegs die Verwaltung der NS-Rüstungsbetriebe untergebracht war, wird zudem der Brandschutz verbessert. 

Der Stadtrat sprach sich einstimmig dafür aus, 530.000 Euro in den Haushalt zu stellen. „Wir wollen vor allem Flure und Foyer aufhübschen“, erklärte Kehrbaum. So sollen Türen, Bodenbeläge, Decken und Wände einheitlich gestaltet werden. Zudem müssen Elektroinstallationen, die teilweise nicht mehr modernen Anforderungen entsprechen, erneuert werden. Volker Witte (Bündnis 90/Grüne) regte an, die Flure für Ausstellungen von Bildern zu nutzen. Kehrbaum gab ihm Recht: Er schlug vor, einen Lichtplaner zu beauftragen und Galerieschienen anzubringen. Bürgermeister Michael Müller sieht das Rathaus indes nur vorübergehend als Ausstellungsort geeignet. Er hofft immer noch auf die Errichtung einer Kulturmeile, die Platz für das Stadtarchiv, das Stadtmuseum, die Volkshochschule und anderen kulturellen Einrichtungen bietet. Voraussetzung dafür ist aber die Verlegung der Bundesstraße 11, die wahrscheinlich erst in einigen Jahren realisiert werden kann. Peter Herrmann

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