MARO beharrt auf Mauerbau

Architekt verweist auf Lärmschutz für Mehrgenerationenhaus

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Das Modell des Mehrgenerationenhauses sieht eine 3,50 Meter hohe Mauer vor.

Wolfratshausen – Eine Mehrheit im Bau- und Umweltausschuss hat für die Errichtung eines Mehrgenerationenhauses sowie einer 3,50 Meter hohen und etwa 25 Meter langen Mauer an der Sauerlacher Straße 15 gestimmt (wir berichteten). Trotz einer CSU-Protestaktion und einer Unterschriftenliste gegen die Wandhöhe, halten MARO-Projektleiter Ralf Schmid und Architekt Florian Nagler an ihrem Planentwurf fest.

Bei einem Pressegespräch im Wirtshaus Flößerei erläuterten Schmid und Nagler ihre Pläne. Demnach umfasst das Vorhaben der MARO Genossenschaft die Sanierung des denkmalgeschützten alten Krankenhauses an der Sauerlacher Straße 15 sowie eines Neubaus. Geplant sind im Neubauteil 22 genossenschaftliche Mietwohnungen mit Größen zwischen 50 und 122 Quadratmeter Wohnfläche.

Im Denkmal entstehen zwei Wohnungen im Obergeschoss und eine Büroeinheit mit 145qm im Erdgeschoss. Die Wohnungen sind Teil eines Mehrgenerationen-Wohnprojekts. „Es entstehen ausschließlich Mietwohnungen, keine Eigentumswohnungen“, verspricht Schmid. Mehr als die Hälfte der Wohnungen werden im Fördermodell „Einkommensorientierte Förderung“ des Freistaats Bayern erstellt.

Die Architektur von Architekt Florian Nagler ist ausgelegt auf Kommunikation und Begegnung, mit Gemeinschaftsraum, Gästeappartement und Gemeinschaftsgarten. Alle Wohnungen sind barrierefrei. Unter dem Neubau befindet sich die gemeinsame Tiefgarage. Im Bauvorhaben setzt die MARO Genossenschaft neben der besonderen Wohnform des Mehrgenerationen-Wohnens auch umweltfreundliche Aspekte um. So wird eine Solaranlage die Bewohner mit Mieterstrom versorgen. Zusätzlich stellt die MARO den Mietern zwei Lastenfahrräder, zwei Elektro-Fahrräder sowie Einkaufs-Trolleys zur Verfügung.

Gegen dieses Konzept hatten die Stadträte nichts einzuwenden. Umstritten ist indes nach wie vor die Höhe der Mauer. Denn um den Außenraum für die Bewohner nutzbar zu machen, soll der Garten durch eine Hofmauer vom Verkehrslärm der Sauerlacher Straße abgeschirmt werden. Ohne diese Schallschutzmaßnahme sind die errechneten Außenlärmpegel so hoch, dass ein dauerhafter Aufenthalt im Garten baurechtlich nicht zulässig wäre. „Ein Mehrgenerationenhaus funktioniert nur mit einem Außenbereich, der Aufenthaltsqualität hat – und die gibt es nur mit Schallschutz“, erklärte Schmid.

Architekt Florian Nagler verwies darauf, dass Messungen an der stark befahrenen Kreuzung höhere Werte als die zulässigen 70 Dezibel ergeben hätten. Eine gläserne Wand würde den Schall im Hof zwar ebenfalls reduzieren, komme für Nagler aus ästhetischen Gründen aber nicht infrage. Und eine Begrünung würde den Lärmpegel seiner Ansicht nach nur unwesentlich reduzieren. Stattdessen soll eine Mauer aus Ziegeln und absorbierendem Material errichtet und in den Nischen mit wildem Wein oder Efeu begrünt werden.

Ein von der MARO beauftragter Bauphysiker hat bereits geprüft, ob sich die Wandhöhe auch reduzieren lässt. „Schon die Reduzierung der ursprünglich 3,85 Meter hoch geplanten Mauer auf 3,50 Meter, ergibt drei Dezibel mehr“, gab Nagler zu bedenken. Die CSU verweist indes auf den ursprünglichen Bebauungsplan, gemäß dem „nur“ eine maximal 1,75 Meter hohe Mauer im Kreuzungsbereich Sauerlacher Straße/Am Floßkanal zulässig ist. Der Stadtrat will die Entscheidung des Bauausschusses nun prüfen. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2020 geplant, mit Fertigstellung und Bezug ist im zweiten Quartal 2022 zu rechnen.

Peter Herrmann

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