Mittelschule wird fünfzügig

Architekturbüro Haindl + Kollegen stellt Planungsvarianten im Stadtrat vor

Die Mittelschule an der Adalbert-Stifter-Straße in Geretsried wurde in den 1970er-Jahren errichtet und soll deshalb saniert werden.
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Die Mittelschule an der Adalbert-Stifter-Straße in Geretsried wurde in den 1970er-Jahren errichtet und soll deshalb saniert werden.

Geretsried – Auf der Nordseite der bestehenden Mittelschule an der Adalbert-Stifter-Straße soll ein dreistöckiger Erweiterungsbau realisiert werden. Zudem ist eine umfassende Sanierung des Gebäudes vorgesehen.

In der jüngsten Stadtratssitzung präsentierte Diplom-Ingenieurin Anneros Rieger vom Büro „Haindl + Kollegen Architekten“ zwei Vorentwurfsvarianten für eine fünfzügige Schule.

Die Zusammenlegung der beiden Mittelschulstandorte an der Adalbert-Stifter-Straße und an der Johann-Sebastian-Bach-Straße wurde bereits vor fünf Jahren beschlossen. Daraufhin erfolgte in den Jahren 2017 und 2018 eine Grundlagenermittlung sowie eine Untersuchung des Bestandes. „Auch die Frage des Betriebs in den Umbauphasen wurde intensiv untersucht“, berichtete Anneros Rieger.

Zudem überprüfte die Regierung von Oberbayern und das Landratsamt die Bevölkerungsentwicklung und den sich daraus ergebenden Bedarf im Bereich der Mittelschule. Dabei stellte sich heraus, dass statt der ursprünglich geplanten vierzügigen nun eine fünfzügige Mittelschule – das bedeutet: fünf Klassen pro Jahrgangsstufe – förderfähig ist. Denn laut einer Prognose des Instituts SAGS wird sich die Einwohnerzahl von Geretsried in den kommenden 15 Jahren von derzeit 26.000 auf 36.000 erhöhen. Professor Dr. Detlev Ringer (Grüne) zweifelte diese Zahl an. „Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München geht von 27.000 Einwohnern im Jahr 2037“, hielt er dagegen.

Stadträtin Heidi Dodenhöft, die dem Arbeitskreis „Kinderbetreuung und Schule“ angehört, plädierte dennoch für eine großzügige Planung. „Sonst geben wir am Ende viel Geld für Containerlösungen aus“, gab sie zu bedenken. Da der Arbeitskreis zwei der insgesamt vier Planungsvarianten bereits vor der Sitzung ablehnte, stellte Anneros Rieger nur noch die verbliebenen zwei vor.

Danach sprach sich der Stadtrat mehrheitlich für die Variante aus, den nördlichen Gebäuderiegel in Richtung der Realschulturnhalle zu erweitern. Der Neubau wird mit einem Verbindungsbau erschlossen. Dort soll auch der gemeinsame Eingangsbereich sowie die Musikschule eingerichtet werden. Zudem wies die leitende Architektin darauf hin, dass auch die neue Abstandsflächenregelung der Bayerischen Bauordnung eingehalten werden könne. Felix Leipold (Freie Wähler), der früher selbst die Mittelschule besucht hatte, drängte nun auf eine rasche Realisierung des Sanierungsprojekts. „Das sollten wir so schnell wie möglich durchziehen“, empfahl er. Bürgermeister Michael Müller (CSU) hofft nun darauf, dass die Regierung von Oberbayern das neue Raumprogramm genehmigt. „Ohne Zuschüsse können wir nicht bauen“, bedauerte der Rathauschef. Gegen die Ausarbeitung der vom Arbeitskreis bevorzugten Variante stimmten lediglich Martina Raschke (parteilos für die Grünen) und Prof. Dr. Detlev Ringer (Grüne). Peter Herrmann

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