Tour zwischen Bäumen

Die Artenvielfalt in den Waldramer Isarauen

Förster Robert Nörr, Sebastian Rauch von den Bayerischen Staatsforsten und Johann Killer von der Waldbesitzervereinigung in den Waldramer Isarauen.
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Unterwegs in den Waldramer Isarauen: (v.l.) Förster Robert Nörr, Sebastian Rauch von den Bayerischen Staatsforsten und Johann Killer von der Waldbesitzervereinigung führten Bürger durchs Gehölz.

Waldram – Bund Naturschutz und Förster haben zu einer Tour zwischen Bäumen eingeladen und die Vielfalt des Waldes gezeigt.

Waldram – Zu einer lehrreichen Wanderung durch ein Waldstück am Waldramer Isarufer luden jüngst die Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN) und die Vertreter der Forstreviere Wolfratshausen und Isartal ein.

„Letztes Jahr hat die bayerische Staatsregierung eine Fläche von 58.000 Hektar zum Naturwald ausgerufen: Ein Teil davon liegt in den Isarauen“, erklärte BN-Ortsvorsitzende Dr. Sigrid Bender den rund 20 Teilnehmern vorab. Dass dieses Areal geschützt und gepflegt werden muss, betonte Forstverwalter Robert Nörr. „Wenn es hart auf hart kommt, sind wir Waldpolizisten“, räumte er ein.

Auf der ersten Station der rund zweieinhalbstündigen erinnerte er an die sechs Jahre zurückliegende Durchforstung des Waldramer Waldes. „Bei dem Holzeinschlag war die Bildung von Rückegassen notwendig“, erläuterte Sebastian Rauch von den Bayerischen Staatsforsten. Die damals unbefestigten Wege, die zum Transport der gefällten Bäume dienten, sind mittlerweile überwachsen und kaum noch zu erkennen, Denn das Naturschutzgebiet gilt als sogenannter „Naturwald“ und wird seit 2020 nicht mehr bewirtschaftet. Es findet also keine Holznutzung mehr statt.

Dennoch sind Eingriffe nötig. „Wir suchen uns schöne, vitale oder seltene Bäume aus und fördern sie, indem wir andere Bäume herausnehmen“, erklärte Rauch. So bekommen zum Beispiel die Kiefer oder der Bergahorn mehr Licht. Idealer Zeitpunkt für diese Maßnahmen ist meist der Winter, wenn die Böden hartgefroren sind und keine Vögel brüten. Johann Killer, Vorsitzender Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen, lobte dieses sensible Konzept. „Sind einmal Schäden im Wald entstanden, reicht die Dauer eines Menschenlebens nicht aus, um sie zu reparieren“, gab er zu bedenken.

An einer weiteren Station erläutern die Förster die Labilität der einheimischen Fichte, deren Bestand zugunsten stabilerer Arten reduziert werden soll. Um einen lebendigen Mischwald zu erhalten, bedürfe es laut Killer auch eines durchdachten Jagdmanagements. „Das Rehwild frisst sonst seltene Baumarten weg“, befürchtet er. Nörr ergänzte, dass ein gesunder Mischwald auch dem Rotwild zugutekommt. „Das was hier geschaffen wurde, ist der beste Lebensraum für die Tiere“, lobte er die Fauna und Flora. Nörr betreut rund 1.400 Waldbesitzer in der Region und kann über sie nur Gutes berichten. „Sie haben über Generationen hinweg ein großes Bewusstsein für Nachhaltigkeit entwickelt“, stellte der Förster fest.

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