Ausbildungsangebot für Stationshilfen

Geschäftsführer der Asklepios Klinik bezieht Stellung zur Kritik

Asklepios Stadtklinik Bad Tölz
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Setzt auf hohe Qualität: Die Asklepios Stadtklinik
  • Franca Winkler
    vonFranca Winkler
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Bad Tölz – Die Tölzer Stadtklinik war zuletzt öffentlicher Kritik ausgesetzt, weil vier Stationshilfen im März entlassen und fünf weiteren die befristeten Verträge nicht verlängert wurden.

Die Kundgebung zum ersten Mai direkt vor der Asklepios Klinik in der Schützenstraße zeigte, dass die Bevölkerungsmeinung generell gegen Privatisierungen im Gesundheitswesen ist. (Wir berichteten).

„In der öffentlichen Wahrnehmung schneiden wir schlechter ab als es gerechtfertigt wäre“, beschreibt Geschäftsführer Felix Rauschek bei einem Pressegespräch die Situation. Für den Termin am vergangenen Montag nahm er sich zusammen mit Pressesprecher Christopher Horn und Ärztlichem Direktor und Chefarzt der Neurologie Rüdiger Ilg viel Zeit, um das Urteil zu entkräften. Man könne die Kritik verstehen, so Rauschek weiter. „Uns ist das extrem schwer gefallen, vor allem in dieser schwierigen Zeit.“ Doch der Schritt sei die von der Politik gewünschte Konsequenz. Hintergrund des Pflegestärkungsgesetz ist die Steigerung der Versorgungsqualität, gerade im Gesundheitswesen auf examiniertes Personal zu setzen. Um ausgebildete Pflegekräfte besser bezahlen zu können, wurden sie aus den Pauschalleistungen herausgenommen. Die Krankenhäuser müssen nun die durch Pflege entstandenen Kosten einzeln nachweisen, die dann über die Krankenkassen erstattet werden. Die Gesetzesänderung kürzt die Pauschalen um 20 Prozent, über die Stationshelfer abgerechnet wurden, „die aber vorher schon auf Kante genäht waren“, beschreibt Ilg die finanzielle Lage.

Der Vorschlag warum die Stationshilfen nicht aus eigener Tasche bezahlt werden, ist laut Rauschek eine berechtigte Frage. Man müsse allerdings entgegenhalten, dass der Gedanke zu kurz gegriffen sei. Die Asklepios-Kliniken haben im vergangen Jahr ein Minus von 65 Millionen Euro verzeichnet. „Wir brauchen einen Zukunftsweg für die Klinik, damit es uns mit qualitativer Leistung in 20 Jahren noch gibt.“ Umfassende Investitionen sind nötig, damit die Behandlungen auf einem hohen Niveau gehalten werden und das Behandlungsangebot ausgebaut werden kann, bei dem ein Großteil aus Eigenmitteln gedeckt wird. Allen Stationshilfen wurde eine ein- oder dreijährige Ausbildung im Haus angeboten, mit anschließender Festanstellung. Das Angebot wurde von einigen bereits angenommen, aber nicht alle können einen Schulabschluss vorweisen, der für die Ausbildung Voraussetzung sei.

Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Neurologie in der Asklepios Klinik: Prof. Dr. Rüdiger Ilg

 Die Demo direkt vor unserem Haus hat uns persönlich getroffen. Hier arbeiten über 800 Mitarbeiter die sich mit viel Herzblut und Sachverstand reinhängen.

Prof. Dr. Rüdiger Ilg, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Neurologie in der Asklepios Klinik

In den letzten drei Jahren habe man 59 zusätzliche examinierte Pflegekräfte eingestellt. „Es macht Sinn, durch eine Ausbildung mehr qualifizierte Kräfte zu bekommen“, sagte Ilg. Seit über 20 Jahren werde in zwölf Fachabteilungen eine hohe Qualität an Behandlungen angeboten, die auch von externen Gutachten zertifiziert sei. In der Region ist die Klinik einer der größten Arbeitgeber. „Die Demo direkt vor unserem Haus hat uns persönlich getroffen. Hier arbeiten über 800 Mitarbeiter die sich mit viel Herzblut und Sachverstand reinhängen“, zeigte sich der Neurologie Chefarzt berührt.

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