Asklepios zu Pandemie-Zeiten

Asklepios Stadtklinik Bad Tölz: Personal an Belastungsgrenze

Die Intensivstation in der Tölzer Stadtklinik
+
Die Intensivstation in der Tölzer Stadtklinik ist derzeit ausgelastet.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
    schließen

Bad Tölz – Die Asklepios Stadtklinik erweiterte ihre Intensivstation. Trotzdem ist die Lage für das Personal mehr als belastend.

Die bayernweite Corona-Ampel steht auf Rot, es gilt weiterhin der ausgerufene Katastrophenfall. Auch im Tölzer Landkreis sind mit einem Inzidenzwert von 612,3 die Fallzahlen am Montag, 29. November, sehr hoch. Die Asklepios Stadtklinik Bad Tölz versorgt aktuell 27 Corona-Patienten (Stand 29. November). Trotz der belastenden Situation kümmern sich die Ärzte auch weiterhin um andere dringende Behandlungen.

Seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 hat die Asklepios Stadtklinik Bad Tölz 930 Corona-Patienten stationär und ambulant behandelt – davon 104 auf ihrer Intensivstation. Dort wurden auch neue Intensivbetten angeschafft und in Betrieb genommen. „Doch so hoch wie derzeit war die Belastung noch nie“, berichtet Klinik-Pressesprecher Christopher Horn.

Intensivstationen in der Region fast voll

Von den derzeit 27 Corona-Patienten, müssen acht auf der Intensivstation versorgt werden. (Stand 29. November). „Damit sind über zehn Prozent aller Betten in Bad Tölz mit Corona-Patienten belegt“, sagt Horn. Im gesamten Landkreis gibt es nur noch zwei freie Intensivbetten. „Auch in der Region sind nur noch wenige verfügbar.“

Die Krankenhäuser und alle an der Gesundheitsversorgung im Landkreis und der Region beteiligten Personen und Einrichtungen stehen vor enormen Herausforderungen.

Die Stadtklinik Bad Tölz versorgt mit die meisten Corona-Patienten im Vergleich aller Kliniken des Rettungszweckverbandes Oberland, zuständig für die drei Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen.

Krankenhaus der Grund-und Regelversorgung

Zur Einordnung: die Tölzer Stadtklinik ist ein Krankenhaus der Grund-und Regelversorgung mit 270 Betten und zwölf Fachabteilungen. Die Intensivstation hat regulär zehn Intensiv- zudem vier IMC-Betten – dort werden Patienten intensiv-pflegerisch betreut und ihre Vitalfunktionen überwacht. Von sechs OP-Sälen sind aktuell nur zwei Säle in Betrieb.

Um aufgrund der weiter alarmierenden Corona-Zahlen Personal und Kapazitäten für die Behandlung zusätzlicher, schwer erkrankter Corona-Patienten zu schaffen, hat die Klinik bereits am 11. November begonnen, planbare Operationen und nicht dringende Behandlungen zu verschieben.

Jetzt wurde im Aufwachraum eine zweite Station für Patienten mit intensivmedizinischem Versorgungsbedarf errichtet. „Auch Mitarbeiter von anderen Stationen helfen in der Notaufnahme der Corona-Station oder der Intensivstation“, erklärt Horn. So könne die Asklepios zusätzliche Betten bereithalten und nun 17 Intensivbetten betreiben.

Rauschek: „Mobilisieren alles was geht“

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Asklepios Klinik Bad Tölz mobilisieren alles was geht, um an Covid erkrankte Patienten zu versorgen“, sagt Geschäftsführer Felix Rauschek.

Geschäftsführer der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz: Felix Rauschek

Die physische und emotionale Belastung insbesondere für die Teams auf der Intensivstation, der Notaufnahme oder der Corona-Station, sei enorm und gehe nicht selten an die Belastungsgrenzen. Dennoch: Laut Rauschek ist das Engagement und die Motivation, „mit der die Teams sich dieser Herausforderung stellen, bewundernswert“.

Niedrige Impfquote: ein Problem

Besonders frustrierend für die gesamte Belegschaft sei die Tatsache, dass die überwiegende Zahl der Corona Patienten, die bislang auf der Intensivstation versorgt werden musste, ungeimpft oder nicht vollständig geimpft sei, berichtet Horn weiter. Die im Landkreis niedrige Impfquote von gerade einmal 58 Prozent erweise sich hier als ein „großes Problem“.

Nach Angaben des Klinik-Geschäftsführers unternimmt die Asklepios derzeit alles, um seine Ärzte und Pflegepersonal zu unterstützen und zu schützen. Rauschek hofft darauf, „dass die aktuelle Welle bald ihren Scheitelpunkt erreicht“.

Auch ökonomisch sei die Situation schwierig für die Klinik, weil es nicht mehr die wie den vorausgegangenen Wellen ausgezahlten Freihaltepauschalen gebe, um die fehlenden Erlöse zu kompensieren.

„Im Vordergrund steht für uns, den Menschen in Region medizinisch beiseite zu stehen“, sagt Rauschek und appelliert: „Lassen Sie sich impfen und nehmen Sie auch die Angebote der Booster-Impfung wahr. Ein vollständiger Impfschutz bietet den besten Schutz vor schweren Covid-Verläufen.“

Meistgelesene Artikel

Tölzer Traditions-Wirtshaus wiedereröffnet
Bad Tölz - Wolfratshausen
Tölzer Traditions-Wirtshaus wiedereröffnet
Tölzer Traditions-Wirtshaus wiedereröffnet
Gaißacher Gemeinderat beschließt einstimmig beim „Gasthof Mühle“ ein to-go-Angebot
Bad Tölz - Wolfratshausen
Gaißacher Gemeinderat beschließt einstimmig beim „Gasthof Mühle“ ein to-go-Angebot
Gaißacher Gemeinderat beschließt einstimmig beim „Gasthof Mühle“ ein to-go-Angebot
Starkregen und Hochwasser-Wochenende: Einsatzkräfte sperren Straßen im Tölzer Land
Bad Tölz - Wolfratshausen
Starkregen und Hochwasser-Wochenende: Einsatzkräfte sperren Straßen im Tölzer Land
Starkregen und Hochwasser-Wochenende: Einsatzkräfte sperren Straßen im Tölzer Land
Tölzer Land: Arbeitskreis Sucht bilanziert über Corona-Auswirkungen auf die Jugend
Bad Tölz - Wolfratshausen
Tölzer Land: Arbeitskreis Sucht bilanziert über Corona-Auswirkungen auf die Jugend
Tölzer Land: Arbeitskreis Sucht bilanziert über Corona-Auswirkungen auf die Jugend

Kommentare