Spatenstiche zur Bergrettung

Auf der Flinthöhe wird die neue Rettungswache der Tölzer Bereitschaft gebaut

Ehrengäste und Bergwacht-Mitglieder setzen mit Schaufeln den ersten Spatenstich auf dem Baugrund südlich des modernen Rettungszentrums der Bergwacht Bayern
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Ehrengäste und Bergwacht-Mitglieder setzen mit Schaufeln den ersten Spatenstich auf dem Baugrund südlich des modernen Rettungszentrums der Bergwacht Bayern

Bad Tölz/Gaißach – Es war Bereitschaftsleiter Horst Stahl und allen Beteiligten anzusehen: Die große Freude, dass es nach Jahren des Wartens nun endlich mit dem Bau der eigenen Bergrettungswache losgeht.

Bereitschaftsleiter Horst Stahl macht in seiner Begrüßung der teilnehmenden Ehrengäste kein Geheimnis draus dass es die Tölzer Bergretter so richtig stolz macht nach den vielen Mühen und Aktionen der vergangenen Jahre: „Es gibt die Bergwacht Tölz jetzt 100 Jahre und genau zum 100-jährigen fangen wir mit dem Bauen an.“ Dennoch hätte das gesammelte Geld durch die Bergretter und Spenden aus der Bevölkerung nicht ausgereicht. Und so berichtete Stahl weiter über „die großartige Unterstützung entscheidender, sehr wohlwollender Personen, die dem Bauvorhaben finanziell halfen.

„Beim ersten Besuchstermin bei Bürgermeister Josef Janker und Kämmerer Hermann Forster bin ich nicht gleich rausgeschmissen worden, habe unsern geplanten Neubau vorstellen dürfen und bin mit wichtigen Anregungen und einer ersten Unterstützungszusage wieder rausgegangen“, berichtete Stahl rückblickend. Und: „Dass Ingo Mehner als neuer Tölzer Bürgermeister trotz Klausurtagung des Stadtrates sich die Zeit nimmt, beim ersten Spatenstich teilzunehmen, stimmt uns zuversichtlich.“ Die Stadt Tölz schießt 100.000. Euro zu und übernimmt Wasser- und Kanalanschluss und stellt die Ausgleichsfläche für das in Anspruch genommene FFH-Gelände zur Verfügung.

Die Tölzer Bergretter seien zudem nirgends als Bittsteller behandelt worden, sondern haben überall Zuspruch, Anerkennung und Unterstützung erhalten. Bei Stefan Fadinger bedankte sich der Bereitschaftsleiter diesbezüglich besonders. Der Gaißacher Bürgermeister habe nämlich sofort angeboten, die Abstimmung zwischen den Bürgermeistern zur Spendenzusage zu übernehmen. „Damit er uns eine Menge Arbeit abgenommen“, erklärte Stahl. Der Bau für die neue Rettungswache der Tölzer Bereitschaft wird auf Gaißacher Flur stehen. Stefan Fadinger betonte die Notwendigkeit des Baues und „die selbstverständliche Kooperationsbereitschaft aller dabei Beteiligten für die ehrenamtlichen Bergretter“.

Ein Glücksfall war zudem die Idee von Bergwacht- Kassier und Alpenvereinsvorstand Paul Schenk, beim Leader-Projekt der Europäischen Union nachzufragen. Die Termine beim Verantwortlichen der Leder-Aktionsgruppe Bad Tölz-Wolfratshausen Andreas Wüstefeld und den beteiligten Bürgermeistern Alois Bauer aus Wackersberg und Thomas Gründl aus Bad Heilbrunn waren erfolgreich, trotz des enormen bürokratischen Aufwands. Eine Förderzusage von über 300.000 Euro hat letztendlich den Baubeginn ermöglicht. „Ohne Ihre großartige Unterstützung hätten wir das Verfahren sicher nicht durchziehen können“, bedankte sich Stahl bei Wüstefeld.

Das Bauareal einschließlich der Simulationstraingshalle sowie dem geplanten Verwaltungszentrum der Bergwacht Bayern gehört der Stiftung Bergwacht, bei dessen Vorsitzenden Roland Ampenberger sich Stahl für die kameradschaftlichen Gespräche, die notwendigen Verhandlungen und die geringe Miete bedankte. Das gemeinsame Treppenhaus mit dem an die Rettungswache nach Norden anschließenden Verwaltungszentrum wird jetzt schon errichtet und zur Hälfte von der Bergwacht Bayern bezahlt.

Mit Stefan Wurmb hat die Tölzer Bergwacht einen Lenggrieser Architekten und Bauleiter gefunden, der das gesamte Projekt von der Planungsphase begleitet und alle Details kennt. Stahl: „Wir sind bei Dir sehr gut aufgehoben und könnten uns niemand besseren vorstellen, dieses für uns so wichtige Projekt zu begleiten.“

Ein Bauprojekt, das auf der Zielgerade beinahe noch gescheitert wäre: da Angebote für Erdbau, Baumeister und Holzbau über den Planungskosten lagen. „Sie wären über das zugesagte und gesparte Kapital nicht zu decken gewesen, wenn nicht die Bergwacht Bayern und die Bergwacht Region Hochland mit einer notwendigen Kreditzusage eingesprungen wäre“, betonte Stahl. Deshalb bedankte sich der Bereitschaftsleiter auch bei Thomas Lobensteiner, stellvertretender Landesvorsitzender der Bergwacht Bayern für die notwendige Hilfe. Der Bergwacht Tölz fehlen jetzt noch rund 200.000 Euro für den Ausbau und bittet weiterhin die Bürger um Spenden. dwe

Spendenaufruf

Wer helfen möchte: Spenden gehen an die Tölzer Bergwacht bei der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen; IBAN: DE67 7005 4306 0000 0598 08. Die Spender erhalten bei Angabe von Namen und Anschrift eine Quittung.

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