„Auf zwei Haltestellen verzichten“

Drei Haltestellen auf nur elf Kilometern Schiene. „Zu viel“, sagt der Arbeitskreis „Regionalentwicklung und Verkehr“ (AKV) der Lokalen Agenda 21 Geretsried/Wolfratshausen. Und wenige Tage vor dem nächsten Arbeitsgespräch im Wirtschaftsministerium - wo am Montag nochmals über die Alternative der Planer Vieregg & Rössler zur Kreuzung an der Sauerlacher Straße diskutiert wird - bringt der Arbeitskreis nicht neue, aber nahezu vergessene Einsparvorschläge auf den Tisch. Auf mindestens eine Haltestelle verzichten und damit Geld einsparen, so die Devise.

Problematisch sehen die Mitglieder des Arbeitskreises - und allen voran Horst Haslach, Wolfgang Beigel und Rolf Asche - den Endhaltepunkt in Stein. Hier sei aufgrund der Einschnitte in den Bannwald und ins FFH-Gebiet ohnehin mit Klagen des Bund Naturschutz zu rechnen. Als Alternative nennen die engagierten „Verkehrs-Experten“ eine Verlagerung des Endhaltepunkts an den Arberweg, dort wo derzeit die Bus-Wendeschleife an der B11 (Einmündung Ortsteil Stein) liegt. „Diese Variante wurde gar nicht mehr untersucht“, sagt Haslach. Auch der Endhaltepunkt „Robert-Schumann-Weg“, der es laut jüngster Nutzen-Kosten-Untersuchung ebenfalls knapp über 1,0 geschafft hat, „wurde nicht weiter thematisiert“, wundern sich Haslach und seine Mitstreiter. Sie zweifeln überhaupt an der Notwendigkeit des Haltepunkts bei Stein. 2,5 Kilometer zwischen Geretsried-Mitte und Stein seien viel zu kurz, um sich dafür zwei Haltepunkte zu leisten. Und die müsse die Stadt Geretsried finanzieren, erinnern die AKV-Mitglieder. Nach Meinung des Arbeitskreises sollte die verlängerte S7 in Geretsried-Mitte enden. Dann aber näher am Schulzentrum. Denn vom derzeit geplanten Haltepunkt bräuchten Schüler immer noch 20 Minuten zum Schulzentrum. Eine simple B11-Fußgängerunterführung verringere die Gehzeit zu den Schulen auf fünf bis sieben Minuten. Ein weiterer Vorteil dieser Variante: Durch den Wegfall der Strecke Geretsried-Mitte bis Stein sei kein Begegnungsgleis mehr im Bereich Gelting nötig. „Das ergäbe abermals erhebliche Einsparungen bei den Investitionen.“ Und gleich noch mehr, würde auch noch auf den Haltepunkt in Gelting verzichtet. Denn hier, so die Prognose der AKV-Mitglieder sei ohnehin von einer denkbar geringen Fahrgastzahl auszugehen. Der AKV setzt sich vielmehr für eine Verbesserung der Stadtbuslinien ein, im Idealfall gar im Schulterschluss mit Wolfratshausen. So könnten die Pendler auch leichter zur S-Bahn gelangen. Bezüglich des Industriegleises folgt der AKV dem Vorschlag der Planer von Vieregg & Rössler: „Völlig auflassen“ und die Gütertransporte über die verlängerte S-Bahntrasse nach Geretsried führen. Ohnehin werde das Industriegleis morgens und abends jeweils nur einmal benutzt. Und nach der DyStar-Pleite reduziere sich die Frequenz nochmals. Darüberhinaus gebe es keine EU-weite Regelung, die Güterverkehr auf der gleichen Schienentrasse mit Personenverkehr verbiete. Für die Montagsrunde im Ministerium hofft die Lokale Agenda 21, dass doch noch einmal die Potenziale einer Einsparung aufgezeigt werden. Dazu leiteten Haslach, Beidel und Asche ihre Vorschläge auch an die Vorsitzenden der Fraktionen beider Stadträte (Wolfratshausen und Geretsried) aber auch an das Planungsbüro von Vieregg & Rössler weiter. Das wird am Montag im Ministerium nochmals ihre kostengünstigere Variante zur Tieferlegung der Trasse an der neuralgischen Kreuzung der S7 mit der Sauerlacher Straße vorstellen.

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