Abschiedsdinner unter Freunden

Aufführung des Metropoltheaters München begeistert Publikum

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Lieferten sich irrwitzige Wortgefechte (v. l.): Pierre (Winfried Frey), Antoine (Dieter Fischer) und Clotilde (Judith Toth).

Wolfratshausen – Vor fünf Jahren schrieben die beiden Franzosen Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière ein Stück, das mittlerweile auch in Deutschland Erfolge feiert. Nun war die Inszenierung des Metropoltheaters München erstmals in Wolfratshausen zu sehen.

Es war zweifellos eine gute Entscheidung des städtischen Kulturmanagements, die vom Metropoltheater München inszenierte Aufführung in das Foyer der Loisachhalle zu verlegen und locker mit Sofas sowie Tischen zu bestuhlen. Denn so saßen die jeweils 80 Besucher am Freitag- und Samstagabend sozusagen mitten im Wohnzimmer des Paares Clotilde (Judith Toth) und Pierre (Winfried Frey), die den langjährigen Freund Antoine (Dieter Fischer) und seine Lebensgefährtin Bea zu einem Abschiedsdinner erwarteten.

Die Idee, den Kontakt zu den beiden nach einem opulenten Mahl für immer zu beenden, erweist sich in der Umsetzung als schwierig. Denn Antoine kommt alleine und ahnt sehr bald, dass er abserviert werden soll. Es folgten irrwitzige Dialoge und Szenen, bei denen das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes hautnah am Geschehen war. So ließen Winfried Frey und Dieter Fischer einmal sogar die Unterhosen runter, um als Akt der gemeinsamen Verbundenheit ihre Kleider zu wechseln. „Ich denke, unsere Freundschaft ist noch zu retten“, gab sich Antoine kämpferisch.

Der Anblick der nackten und teilweise behaarten Hinterteile war wahrlich kein schöner. Auch Judith Toth lief in einer Szene nur in Unterwäsche herum. Als Antoine berichtete, dass seine Lebensgefährtin Bea vor vielen Jahren einmal mit Pierre geschlafen hat, schien sogar dessen Ehe mit Clotilde kurz gefährdet. Bis zum vermeintlichen Happy End, das musikalisch von dem Dionne-Warwick-Hit „That’s what friends are for“ untermalt wurde, wurden die Besucher im ausverkauften Foyer mit weiteren irrwitzigen Lebenslügen konfrontiert.

Die rund 90-minütige Aufführung verging wie im Flug und war an keiner Stelle langweilig. Mehr konnten die laut applaudierenden Besucher von einem Theaterabend nicht verlangen. Peter Herrmann

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