Aus Duo wird ein Quartett

Sicherheitswacht geht künftig in der Stadt mit vier Männern auf Streife

Ehrenamtliche Sicherheitswacht-Mitglieder
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Setzen sich für die Sicherheit ehrenamtlich ein: (v.l.) die Sicherheitswacht-Mitglieder Helmut Mazugo, Erik Eichner, Willi Hieb und Sinisa Krsik sowie Ausbilder Thomas Willibald, Polizeiinspektionsleiter Franz Schöttl und Bürgermeister Michael Müller.

Geretsried – Vor einem Jahr stellten Bürgermeister Michael Müller (CSU) und Polizeiinspektionsleiter Franz Schöttl die neue Sicherheitswacht vor. Nun dürfen sich die zwei bisherigen ehrenamtlichen Helfer Erik Eichner und Helmut Mazugo über Verstärkung freuen.

„Es hat sich bestätigt, dass die Sicherheitswacht eine gute Einrichtung ist“, lobte Müller bei einem Pressegespräch. Dabei war die bereits vor zwei Jahren getroffene Entscheidung des Stadtrats nicht unumstritten. Nun haben auch Willi Hieb und Sinisa Krsik erfolgreich eine 40-stündige Ausbildung absolviert. Geschult wurden unter anderem juristische Grundlagen, Erste-Hilfe, Psychologie sowie präventive und deeskalierende Maßnahmen.

Ausbilder Thomas Willibald verwies darauf, dass die Sicherheitswacht vor allem präventiv und beratend wirkend soll. „Es geht nicht darum, möglichst viele Ordnungswidrigkeiten für uns herauszuholen“, betonte der Polizist. So werden beispielsweise Bürger, die nachts ohne Licht auf dem Rad unterwegs sind oder gegen Corona-Auflagen verstoßen, lediglich auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. Manchmal komme es auch vor, dass Menschen einfach nur nach dem Weg fragen oder eine andere Auskunft haben wollen.

Im Schnitt waren der 24-jährige Erik Eichner und der 68-jährige Rentner Helmut Mazugo im vergangenen Jahr mindestens einmal pro Woche im weitläufigen Geretsrieder Stadtgebiet unterwegs. Auf dieses Ehrenamt freut sich nun auch der 58-jährige Willi Hieb. „Der Kontakt mit anderen Menschen macht mir Spaß“, erklärte der Industriemechaniker. So wie ihm geht es auch dem zweiten Neuzugang, Sinisa Krsik, der in seinem Heimatland Bosnien als Polizist arbeitete. „Ich lebe nun seit 20 Jahren in Deutschland und will den Leuten hier etwas zurückgeben“, beschreibt der 43-Jährige seine Motivation.

Sicherheitswacht ist kein Ersatz für die Polizei

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd setzt seit Jahren auf das Sicherheitswacht-Konzept. Zunächst wurde in Rosenheim als eine der ersten Kommunen in Bayern eine Sicherheitswacht eingerichtet Mittlerweile existieren im Zuständigkeitsbereich 16 Sicherheitswachten in 19 Kommunen. Hilfspolizisten sind die Angehörigen der Sicherheitswacht allerdings nicht. Die Polizei erfüllt in einem Rechtsstaat ihre gesetzlichen Aufgaben. Die Zuteilung von Personal bei der Polizei erfolgt losgelöst von der Existenz einer Sicherheitswacht. Den Sicherheitswacht-Angehörigen stehen die gleichen Rechte und Pflichten zu, wie jedem anderen Bürger auch. Das reicht von der Festhaltung eines auf frischer Tat betroffenen Straftäters, bis hin zum Recht auf Notwehr und Nothilfe für andere Bürger. Darüber hinaus können Angehörige der Sicherheitswacht Personen anhalten, sie befragen und ihre Personalien feststellen, sofern dies zur Gefahrenabwehr notwendig ist. Bei Gefahr im Verzug können sie zudem Platzverweis erteilen. dwe

Franz Schöttl, Leiter der Geretsrieder Polizeiinspektion, hofft nun auf weiteren Zuwachs. „Wir sind weiterhin daran interessiert, die Sicherheitswacht zu vergrößern. Auch Frauen sind willkommen“, betonte er. Interessierte können sich bei der Geretsrieder Polizei melden.

Polizeipräsident Robert Kopp setzt sich aus Überzeugung für die Sicherheitswacht ein: „Erfolgreich unterstützen mittlerweile 124 engagierte Bürgerinnen und Bürger eine unserer Sicherheitswachten im südlichen Oberbayern“, sagt er: „Gerade für die Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls ist der Einsatz der Sicherheitswacht in Ergänzung zur Polizei ein guter und durchaus bewährter Ansatz.

Peter Herrmann

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