Aus Obermüller wird Hirschler

Junger Meister übernimmt Königsdorfer Traditionsfachgeschäft

Franz Obermüller und Lukas Hirschler
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Zum ersten Januar kommenden Jahres gibt Franz Obermüller offiziell die Geschäftsführung an Lukas Hirschler ab.

So mancher Kunde dürfte bereits beim Besuch des Königsdorfer Fachgeschäfts für orthopädische Schuhe, Einlagen und Maßanfertigungen ein neues Gesicht aufgefallen sein. Seit einigen Wochen arbeitet sich Lukas Hirschler in die Geschicke des Traditionsunternehmens ein. Zum ersten Januar kommenden Jahres gibt Franz Obermüller offiziell die Geschäftsführung an ihn ab. Der aus dem Baden-Württembergischen Raum stammende Hirschler ist Orthopädieschuhmachermeister und wird den Mitarbeiterstamm komplett übernehmen. Franz Obermüller will sich künftig mehr seiner Leidenschaft – der Fertigung von hochwertigen Trachtenschuhen und individuellen Filzstiefeln - widmen.

Fast hatte Franz Obermüller die Hoffnung aufgegeben, einen würdigen Nachfolger für sein Familienunternehmen zu finden: „Seit Generationen sind wir dem Schuhhandwerk verbunden“, so Obermüller. Mitte vergangenen Jahres hatte der Königsdorfer Schuhmachermeister Erfolg. Lukas Hirschler war sofort von dem Traditionsgeschäft angetan. Zum ersten Januar kommenden Jahres wird er die Geschäftsführung übernehmen. „Ich habe ein supernettes Team kennengelernt und freue mich, mit ihm arbeiten zu dürfen“, blickt Hirschler motiviert in die Zukunft.

Ein bisschen wehmütig ist Franz Obermüller schon. 1976 hatte der damals 22-Jährige die Meisterprüfung als Orthopädieschuhmacher abgelegt. Seinerzeit war das Haus in der Hauptstraße 20 viel kleiner. Erweiterungen und Anbauten nahm Obermüller nach und nach vor. Über die Jahre wurde es zu dem, was es heute ist: ein für seine individuelle und hochwertige Handwerksleistung bekanntes Orthopädiefachgeschäft.

1917 war das Haus in der Hauptstraße 20 noch viel kleiner.

Lukas Hirschler stammt aus der Nähe von Tübingen. Dass es ihn ins oberbayerische Königsdorf verschlägt, hat auch mit seiner Liebe zu den Bergen zu tun: „Ich gehe gerne bergsteigen und habe zudem bayerische Wurzeln“, verrät er. Schon vor über einem Jahr habe sich Hirschler den Königsdorfer Betrieb angeschaut. „Ich bin beeindruckt von der fachkundigen Arbeitsweise, der hohen Qualität der Produkte sowie dem herzlichen und kompetenten Umgang mit den Kunden“, ist Hirschler begeistert.

In der Tat wird bei dem Königsdorfer Traditionsbetrieb Wert auf profunde Handarbeit gelegt. Eine Einlage etwa geht viele viele Male durch die Hände eines Orthopädieschuhmachers. Von den so genannten Blauabdrücken, bei denen die Kunden quasi ihre Fußspur hinterlassen, bis zur fertigen Einlage sind es mindestens ein Dutzend Arbeitsschritte. Neu ist die Arbeit mit einem österreichischen Verfahren namens Jurtin, bei dem die Einlage direkt am Fuß angeformt wird. „Diese Methode können wir bei vielen Kunden anwenden“, erklärt Hirschler. Sie werde besonders der Biomechanik des Fußes gerecht und korrigiere Gelenkfehlstellungen optimal. Dieses Verfahren wird vor allem bei Sportlern häufig eingesetzt. Ebenso eignen sich Bergschuhe und Tourenskischuhe für diese Methode.

Eine Einlage passt übrigens mittlerweile in fast jeden Schuh. Ob Bequemschuh oder modische Sneaker, Pumps, Stiefeletten oder stylische Boots: Im Königsdorfer Fachgeschäft gibt es jede Art von Schuhen mit den passenden Einlagen.

Lukas Hirschler ist von der fachkundigen Arbeitsweise, der hohen Qualität der Produkte sowie dem herzlichen und kompetenten Umgang mit den Kunden begeistert.

Darüber hinaus nimmt das Orthopädiefachgeschäft wieder Neukunden für Maßschuhe an. „In den letzten Jahren hatten wir zwar Stammkunden weiterhin versorgt, konnten aber aus zeitlichen Gründen keine neuen mehr bedienen“, so Obermüller. Der 67-Jährige wird sich aus dem Orthopädiefachschuhbetrieb zurückziehen. Ganz weg ist er dennoch nicht:  „Franz wird künftig mehr seine mit viel Liebe und Engagement ins Leben gerufene kleine, aber feine Schuhmanufaktur betreiben“, erklärt Gitta Strehler, die seit vielen Jahren mit großer Herzlichkeit und fachlichem Know-how einheimische wie weithergereiste Kunden bedient und betreut.

Ein bisschen wurde in der vergangenen Zeit schon umgebaut, und neu sind auch veränderte Öffnungszeiten. Mittwoch, Donnerstag und Freitag ist das Geschäft von 8 bis 12 Uhr sowie 13 bis 18 Uhr geöffnet, am Dienstag sogar bis 19 Uhr. Parkplätze stehen direkt vor dem Eingang zur Verfügung, der Zugang ist barrierefrei. Unabhängig von den sich aktuell schnell ändernden Coronaregelungen reicht für jeden Kunden das Tragen einer FFP2-Maske aus. Künftig will Hirschler eine Webseite einrichten, in der sich Besucher über Neuigkeiten rund um das Geschäft und orthopädische Themen informieren können.

In das neue Jahr plant Lukas Hirschler mit einer „Kennlernaktion“ zu starten. „In den ersten beiden Wochen im Januar wollen wir je nach Pandemiebedingungen unsere Kunden mit Kuchen im Glas sowie einem Getränk begrüßen“, freut sich der neue Inhaber.

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