"Ausdruck von Nichtwissen"

„Selbstverwaltung ist im La Vida stark ausgeprägt“: Stadtjugenpfleger Fritz Meixner.

Mit Kopfschütteln reagierte der Stadtrat auf die jüngst von den Grünen, allen voran Hans Schmidt, geäußerte Kritik der Wolfratshauser Jugenarbeit im Jugendzentrum La Vida. Fassungs- und Sprachlosigkeit auf Seiten der Verantwortlichen beim Kinder-und Jugendförderverein. Bestürzt reagiert haben auch die Jugendlichen selbst, denn sie hat keiner gefragt. Die Grünen erklärten, das Jugendzentrum La Vida sei von oben nach unten organisiert, werde von immer den selben Cliquen besucht, biete zu wenig an, und lasse „ferngesteuerten“ Jugendlichen zu wenig Freiräume.

Am vergangenen Mittwoch traten nun Stadtjugendpfleger Fritz Meixner, der Geschäftsleitende Beamte im Rathaus, Franz Gehring, der Vorsitzende des Kinder- und Jugendfördervereins, Reiner Berchtold, sowie die beiden Leiterinnen des Jugendzentrums, Sarah Lössl und Sandra Schmidl, den Vorwürfen entschieden entgegen. „Wir wollen uns anwaltschaftlich vor die Jugendlichen stellen und demonstrativ hinter unsere Mitarbeiter“, sagte Meixner: „Das ist eine schonungslose und emotional vorgebrachte Abrechnung.“ Die Äußerung von Hans Schmidt habe nichts mit sachlicher Kritik zu tun. Einhelliger Tenor bei den Verantwortlichen: Die Äußerungen grenzten an Rufschädigung, sie bestünden aus falschen Behauptungen und Verdächtigungen. Kurzum: Sie seien Ausdruck von Nichtwissen. „Die Aussagen stellen 15 Jahre Jugendarbeit in Frage“, ärgerte sich Meixner. Besonders prekär macht die Äußerung des Ehepaars Schmidt die Tatsache, dass Jugendliche die Angst äußerten, ihnen werde der Zutritt zum Jugendzentrum verwehrt „wenn die Eltern lesen, was das Ehepaar Schmidt medial verbreiten ließ.“ Der Rundumschlag der Grünen ist für Meixner umso unverständlicher, als drei Mitglieder der Grünen, darunter Hans Schmidt, noch am 20. Januar das La Vida besichtigt haben und sich in einem „dreieinhalbstündigen Gespräch das gesamte Konzept des Jugendzentrums“ haben erklären lassen. „Selbstverwaltung ist im La Vida stark ausgeprägt, aber eben auch von den jeweiligen Jugendlichen abhängig“, kommentierte Meixner die Vorwürfe. Regelmäßig gebe es Hausversammlungen, an denen sich die Jugendlichen demokratisch partizipieren, sagte La Vida-Leiterin Sarah Lössl. Dort werde beispielsweise über die Öffnungszeiten und die Verwendung von Geld abgestimmt. Überdies werden „die Jugendlichen an gesellschaftliche Themen herangeführt“, ergänzte Meixner. „Die Jugendarbeit in Wolfratshausen wird von außen als vorbildhaft empfunden.“ Das resultiere aus Beratungsgesprächen in Krisensituationen, Hilfe bei Bewerbungschreiben, über die Jugendsozialarbeit an der Schule, die „Mobile Jugendarbeit“, das Projekt „Soziales Lernen“ und vieles mehr. Und die Jugendlichen erfahren all diese Angebote „unter einem Dach“, sagte Meixner. Für den Stadtjugendpfleger ist die „haltlose Kritik bitter“. Denn „hier wird eine Arbeit, die als Wolfratshauser Modell breite Anerkennung findet, niedergemacht“. Und Lössl gab die Meinung der Jugendlichen weiter: „Sie sagten: ‘Wenn Ihr uns zu irgendetwas zwingen würdet, würden wir gar nicht kommen’.“

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