„Der Kalvarienberg war mein erster Gededanke“

Heimatkrimi „Leonhardifahrt“ von Kurt Kment: Lektüre über reale Plätze

Autor Kurt Kment mit Erstlingswerk
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Autor mit Erstlingswerk: Kurt Kment führt den Leser durch ein haarsträubendes Szenario in Bad Tölz.

Bad Tölz – Eine Stadt in Aufregung: In diesem Jahr kann die Tölzer Leonhardifahrt aufgrund der Covid-19 Situation nicht stattfinden und in seinem Erstlingswerk „Leonhardifahrt“ inszeniert der 50-jährige Autor Kurt Kment ein noch düsteres Szenario rund überregional bekannte Pferdewallfahrt.

Im Buch des gebürtigen Tölzers, der jetzt in Teisendorf lebt, wird die traditionelle Idylle durch eine Bombendrohung erschüttert, bei der die vom Kalvarienberg herabstürzenden Gesteinsmassen die Isar stauen. Die Folge: Bad Tölz wird überflutet und München sitzt auf dem Trockenen. Ob die Leonhardifahrt letztlich stattfinden kann, hängt nun von Kommissar Manfred Besener und seinem Team ab. Mit viel Lokalkolorit, bayerischem Dialekt und Humor machen sich die liebevoll und detailliert gezeichneten Figuren an die Lösung des Problems. Wir sprachen mit Autor Kurt Kment über sein Buch.

Herr Kment, in Ihrem Krimi ist unklar, ob es eine Leonhardifahrt geben wird und auch in der realen Welt wurde heuer lange diskutiert, ob die Tölzer Wallfahrt stattfinden kann.

„Ich habe sehr viele Jahre an dem Buch gearbeitet und selbst bei der Fertigstellung im vergangenen Jahr konnte ich nicht ahnen, dass es diese Parallele geben könnte.“

Wie sind Sie denn auf das Thema gekommen?

„Mir ist aufgefallen, dass es zwar eine lange Liste an regionalen Krimis gibt, aber keine der Geschichten spielt in Bad Tölz. Das wollte ich gern ändern.“

Gibt es bei den Protagonisten im Krimi Parallelen zu wirklichen Personen?

„Also die Geographie und die Orte stimmen. So war Bad Tölz tatsächlich nach der Eiszeit mal ein See. Ich bin gebürtiger Tölzer und musste somit auch nicht viel Recherchieren, da ich alle Plätze selbst kenne. Aber die Personen sind alle wirklich erfunden.“

Die Figur des leidenschaftlichen Hobby-Geologen Rudi Eberhardt bildet da aber eine Ausnahme? Er lässt den Leser an erdgeschichtliche Gegebenheiten teilhaben und berichtet von Geheimgängen des Kalvarienbergs.

„Nun ja, da gibt es tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit zu einem früheren Freund.“

Nachdem das ihr erster Krimi ist: Wie sind Sie bei beim Schreiben vorgegangen?

„Der Kalvarienberg war tatsächlich mein erster Gedanke als Zentrum des Geschehens. Ein festes Konzept der Handlung hatte ich nicht. Ich habe mich eher treiben lassen und irgendwann hat sich die Geschichte verselbständigt. Nur bei der Polizeiarbeit habe ich etwas recherchiert.

War es schwierig einen Verlag zu finden?

„Ich hatte großes Glück. Der Gmeiner Verlag war der zweite Verlag den ich kontaktiert hatte. Meine Leseprobe hatte dem Verlag sofort zugesagt und ich hatte auch inhaltlich große Freiheiten bei der Fertigstellung des Krimis.“

Das klingt, als wären Sie ein Naturtalent. Haben Sie denn generell Schreiberfahrungen?

„Ich bin studierter Geologe und habe 2004 den geologischen Führer ‚Wanderungen in die Erdgeschichte. Von Bad Tölz zur Isarquelle‘ geschrieben.“

Aber es gibt doch hoffentlich eine Fortsetzung mit den Protagonisten des Krimis „Leonhardifahrt“?

„Das könnte gut sein. Eine Idee hätte ich schon.“

Das Gespräch führte Franca Winkler

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