Zu wenig Stellplätze, kein Bauvorhaben

Tölzer Stadträte diskutieren nach der Sommerpause über mehrere Anträge: hier ein Überblick

 Tölzer Von-Ketteler-Ring
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Erneut durchgefallen: das Bauvorhaben am Tölzer Von-Ketteler-Ring. Anstelle des Häuschens soll dort ein Mehrfamilienhaus entstehen.

Bad Tölz – Tölzer Stadträte haben Nachholbedarf und diskutieren manche Bauanträge bis ins Detail. Allerdings sind die meisten nicht befürwortet worden - es hapert an den Stellplätzen.

Gerade durch die seit Jahren zu beobachtende „Verdichtung“ auf den zur Verfügung stehenden Grundstücken bleibe im Stadtgebiet für die Fahrzeuge immer weniger Platz, wie Bauamtsleiter Christian Fürstberger anmerkte.

Ganz deutlich wurde dies beim Anwesen „Lindenhof“ an der Königsdorfer Straße, dort wurde erst wieder eine Gaststätte eröffnet. Die Inhaberin des markanten Gebäudes an der Kante zur Isar möchte im Dachgeschoss eine Ferienwohnung errichten. Dazu ist natürlich auch ein Fahrzeugstellplatz notwendig.

Wie Fürstberger ausführte, wurden von der Stadt Bad Tölz für das Anwesen bereits im Jahr 2000 insgesamt 13 Stellplätze gefordert, zwölf sind auf dem Grundstück vorhanden. Zusammen mit der neuen Ferienwohnung wären 14 erforderlich. Verwundert war Fürstberger auch darüber, dass das Gros der Stellplätze im Plan an der Ostseite des Hauses eingezeichnet sind, dort, wo sich im Sommer der Biergarten des Restaurants befindet.

„Parken ist also wohl nur im Winter vorgesehen“, meinte Fürstberger, auf die unbefriedigende Situation in diesem Bereich anspielend. Gegenüber befindet sich nämlich ein privater Parkplatz, der „zugeparkt wird“, obwohl das natürlich nicht zulässig sei. Insgesamt also „eine klare Sache“ für eine Ablehnung des Antrags durch die Stadt: „Hier muss nachgebessert werden.“

Ferienheim: Buchener Straße

Ebenso an den fehlenden Stellplätzen scheiterte ein Antrag für die Nutzungsänderung eines Ferienheimes in der äußeren Buchener Straße zu drei Wohnungen. Das Vorhaben war 2018 Thema im Ausschuss: damals wollte der Bauwerber zu seinen Stellplätzen über das Nachbargrundstück fahren. Die dazu notwendige Dienstbarkeit konnte nicht eingeholt werden, sodass jetzt nur zwei Stellplätze ausgewiesen werden konnten. Bürgermeister Ingo Mehner deutlich: „Die Leute parken dann einfach auf der Straße, da ist ohnehin schon kein Platz mehr.“ Gegen die Stimmen von Ulrich Fottner (FWG) und Julia Dostthaler (CSU), die sich für eine Ausnahme stark machte, wurde der Antrag abgelehnt.

Kein Stellplatz ist dagegen für die beantragte Nutzungsänderung einer Werkstatt in einen Laden mit Imbiss-Stube am Jungmayrplatz notwendig. Im Erdgeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes, das einmal eine Goldschmiede beherbergte, sollen künftig regionale Produkte zum Verzehr angeboten werden. Dennoch mochte das Vorhaben nicht allen Stadträten schmecken.

„Das wird nichts Wüstes“, wiegelte Bauamtsleiter Fürstberger ab, hier sei nicht vorgesehen, zu grillen, stattdessen soll es Schnittlauchbrote und Frühstück geben. Bedenken wegen der notwendigen Toiletten und anderer Anforderungen in der Gastronomie seien keine Thema der Stadt, so Fürstberger. „Das wird das Landratsamt prüfen“, meinte er. Schließlich stimmten alle Räte dem Vorhaben zu.

Nicht anfreunden konnte sich der Ausschuss mit dem Neubau eines Bürogebäudes mit Betreiberwohnung bei einem Autohaus im Gewerbegebiet Farchet. Dort sei bereits ein Haus für den Betriebsleiter vorhanden, so Fürstberger, die Notwendigkeit eines zweiten Hauses sehe er nicht. Vielmehr würde durch zu viel Wohnbebauung der Gebietscharakter verloren gehen. Zweiter Bürgermeister Michael Lindmair (FWG) sah eine Nachfrage nach weiteren Gewerbeflächen ins diesem Gebiet, nicht aber nach verstärkter Wohnbebauung.

Ebenfalls nicht zum ersten Mal wurde ein Antrag zur Neubau einer Kindertagesstätte am ehemaligen Städtischen Krankenhaus in Bad Tölz behandelt. Diesmal wurde die Lage des an der Krankenhausstraße vorgesehenen Gebäudes geändert. Vier Stellplätze sind dabei erforderlich. Fürstberger sagte, man müsse die gesamte Stellplatzsituation in diesem Bereich, wo auch das Kesselhaus steht, überdenken. Ansonsten stimmte der Ausschuss dem Vorhaben zu.

Erneut keine Chance hatte jedoch der Antrag für ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage am Von-Ketteler-Ring. „Mir fehlt jedes Verständnis, in jeder Sitzung einen kaum geänderten Antrag vorgelegt zu bekommen“, so kommentierte Bürgermeister Mehner (CSU) den Antrag. Bekanntlich stehen in diesem Gebiet vor allem kleine Doppelhäuschen mit großen Gärten. Die von einem Bauträger vorgesehene massive Bebauung passt dort überhaupt nicht hinein, wie Fürstberger sagte, zumal die Baufluchten nicht beachtet wurden und der vorgesehene Kinderspielplatz nur über die Straße bzw. den Gehweg erreichbar wäre. Zum wiederholten Mal wurde der Antrag abgelehnt. Karl Bock

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